4. NWT "Lessons Learnt", 14. - 15. November 2019 in Erfurt

Das 4. Netzwerktreffen im Förderprogramm „Modellvorhaben zum nachhaltigen und bezahlbaren Bau von Variowohnungen“ fand als zweitägige Veranstaltung in einem bereits fertig gestellten Modellvorhaben – der umgenutzten, ehemaligen Zahnklinik in Erfurt – statt.

Das letzte Netzwerktreffen hatte vorrangig das Ziel, einen Austausch zwischen der Projekt- und Begleitforschung zu ermöglichen. Alle Erwartungen an die Teilnehmerzahl wurden übertroffen. Neben der Projekt- und der Begleitforschung waren auch viele Bauherren und Planungsbeteiligte sowie einige Gäste vertreten, sodass insgesamt knapp 90 Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Veranstaltung beteiligt waren.

Der erste Veranstaltungstag war vor allem der Präsentation bereits fertig gestellter Projekte gewidmet. Am zweiten Tag lag der Fokus auf der Arbeitsweise und den Zwischenergebnissen der Begleitforschung, sowie auf den nächsten Arbeitsschritten und Anforderungen an die Projektforschung.

Daneben wurde die Veranstaltung durch vier Impulsvorträge bereichert, die die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt, die Suffizienz im Wohnungsbau, den Ready-Standard und die Bedeutung des seriellen und modularen Bauens für den deutschen Wohnungsmarkt beleuchteten.

Ein wesentlicher Baustein war die Bereitstellung von genügend Zeit für den informellen Austausch. Dementsprechend wurden großzügige Pausen angeboten und ein gemeinsames Abendessen ermöglicht.

Donnerstag, 14. November

Eröffnet wurde der erste Veranstaltungstag durch den Geschäftsführer des Studierendenwerks Thüringen, Herrn Schmidt-Röh, als Gastgeber. Auch von Frau Kühnhenrich als Vertreterin des Fördermittelgebers wurden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen begrüßt. Herr Löhnert begrüßte im Namen der Begleitforschung und stellte das Programm vor.

Das Vortragsprogramm startete mit einem Impulsvortrag „Wachsende und schrumpfend Wohnungsmärkte – Nachfrage und Wohnungsbau im Wandel“ von Alexander Schürt. Der Schwerpunkt des Vortrags lag auf der Notwendigkeit des bedarfsgerechten Neubaus.

Herr Steffen stellte in seinem pointierten Vortrag „Weniger ist anders – 10 Kriterien zum suffizienten Wohnungsbau“ die Notwendigkeit des flächendeckenden Neubaus in Frage.

Es folgten Präsentationen der abgeschlossenen Modellvorhaben in Jena, Heiligenhaus, Berlin-Grunewald, Meschede und Hamburg-Steilshoop.

Das Projekt in Halle befindet sich noch im Bau. Hier sollen Raummodule in einen Bestandsrohbau eingebracht werden. Ein Probemodul wurde im Juli 2019 verbaut. Der dabei entstandene Kurzfilm wurde auf der Veranstaltung gezeigt und durch den Bauherrn, Michael Schmidt, Proversa GmbH, kommentiert.

Die beiden Modellvorhaben am Veranstaltungsort wurden im Team von Uwe Rausch, (Bauherr), Axel Knabe (Planung), Tina Fehlhaber und Benedict Rechenberg (Forschung) und Daniel Fehlhaber (Nachhaltigkeitskoordination) präsentiert.

Im Anschluss hatten alle Teilnehmer der Veranstaltung die Möglichkeit, die beiden Modellvorhaben in Kleingruppen zu besichtigen.

Freitag, 15. November

Nach einer Begrüßung durch Helga Kühnhenrich (BBSR) stellte Günter Löhnert (sol∙id∙ar planungswerkstatt) den Tagesablauf vor. Für die geplante Umfrage zu den Forschungsfeldern mit dem Voting-Tool Slido wurden als Warm Up die ersten, allgemeinen Fragen gestellt, bevor die Veranstaltung mit dem ersten Impulsvortrag startete.

Erika Mühlthaler, die maßgeblich an der Entwicklung dieses Standards beteiligt war, erläuterte in ihrem Vortrag „Ready – Vorbereitet für Altengerechtes Wohnen“ die Rahmenbedingungen der demografischen Entwicklung und die daraus resultierenden Anforderungen an den Wohnungsneubau.

Michael Neitzel (INWIS) stellte im Impulsvortrag „Serielles und Modulares Bauen - Bedeutung für den deutschen Wohnungsmarkt“ die Rahmenvereinbarung des GdW für den schnellen und kostengünstigen, seriellen Bau von Wohngebäuden vor.

Danach stellte sich das Team der sozialwissenschaftlichen Begleitforschung, bestehend aus Hans Drexler, dgj, Bernd Wegener, HU Berlin und Moritz Fedkenheuer, TU Darmstadt, vor. Untersucht werden die Auswirkungen der unterschiedlichen konzeptionellen Ansätze in den Projekten auf das anschließende Leben im Wohnheim.

Als Vertreterin der Begleitforschung gab Uta Pottgiesser, TH-OWL einen Einblick in die Zwischenergebnisse, die Herangehensweise und Methodik der Begleitforschung.

Im Folgenden wurde der Arbeitsstand in den einzelnen Forschungsfeldern (bezahlbares Bauen, anpassbares Bauen, Nutzungsqualität und nachhaltiges Bauen) dargestellt, jeweils verbunden mit Umfragen und Bewertungen zu Fragen der Begleitforschung durch die Teilnehmer und Teilnehmerinnen über slido.com.

Den Schluss der Veranstaltung machte eine Podiumsdiskussion zum Thema Anpassbarkeit, an der Erika Mühlthaler, Hans Drexler, Ralph Schmidt-Röh, Christian Schlüter und Uta Pottgiesser teilnahmen.

Durch die Diskussion führten Herr Neitzel (INWIS) und Herr Lauffer (BBSR).

Helga Kühnhenrich, BBSR, hielt das Schlusswort der gelungenen Veranstaltung und bedankte sich beim Studierendenwerk Thüringen für die Gastfreundschaft und bei allen Beteiligten für die rege Teilnahme.

Einen ausführlichen Bericht des Netzwerktreffens finden Sie hier: Konferenzbericht zum 4. Netzwerktreffen (als PDF)