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Studie zur Nachhaltigkeitszertifizierung von Gebäuden

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

Studie zur Nachhaltigkeitszertifizierung von Gebäuden


Projektnummer
10.08.17.7-06.10
Projektbeginn
11.2006
Projektende
11.2007
Projektstatus
abgeschlossen ohne Bericht

Gegenstand des Forschungsvorhabens war die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Konzeptes für ein nationales Nachhaltigkeitszertifizierungssystem für Gebäude. Herausforderung hierbei war neben einer gleichwertigen und gleichzeitigen Berücksichtigung aller für die Bauwerksbeurteilung relevanten Kriterien und Indikatoren die Entwicklung und Zuordnung praxisgerechter Bewertungsmethoden für jedes Einzelkriterium.Projektlaufzeit: November 2006 - November 2007

Ausgangslage

In Deutschland wächst die Nachfrage nach einer objektivierten Kennzeichnung für die Nachhaltigkeit von Bauwerken. Im Fokus stehen Gebäude, die von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung für eine umweltverträgliche, gesellschaftlich verantwortliche und kostenwirtschaftliche Bauweise stehen. Hier besteht ein Bedarf an einem Bewertungssystem und im Weiteren an einem glaubwürdigen und wissenschaftlich fundierten Nachhaltigkeitszertifikat.

Ziel

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden in Form einer Machbarkeitsstudie die Risiken und der Einführung eines Zertifizierungssystems für die Nachhaltigkeit von Gebäuden in Deutschland untersucht. Die Anforderungen wurden ausgehend von einer Analyse international etablierter Gebäudebewertungs- und Zertifizierungssysteme beschrieben. Die Untersuchung beinhaltete neben inhaltlichen auch methodische und organisatorische Fragestellungen und diente als Ausgangsbasis für den Entwurf eines nationalen Zertifizierungssystems für Gebäude. Parallel zur Entwicklung des Systems wurden die Rollen der Prozesse und Prozessbeteiligten im Zertifizierungsablauf untersucht und Empfehlungen für eine mögliche Rollenverteilung bei der Umsetzung in die Praxis aufgezeigt.

Auftragnehmer des Forschungsvorhabens war das Institut für Massivbau der Technischen Universität Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Stiftungslehrstuhl Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus der Universität Karlsruhe ().

Konzept

Bei der Entwicklung eines Vorschlages für ein System zur Beschreibung, Bewertung und Zertifizierung des Beitrages von Einzelbauwerken zu einer nachhaltigen Entwicklung (nationales Zertifizierungssystem) wurden unter anderem folgende Grundlagen beachtet und einbezogen:

Weiterhin wurden einbezogen:

Das zu entwickelnde System soll die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Nationale Nachhaltigkeitsstrategie
  • Ziele und Anforderungen des Leitfadens Nachhaltiges Bauen
  • Stand der internationalen, europäischen und nationalen Normung
  • Ergebnisse des Runden Tisches "Nachhaltiges Bauen" beim und seiner Arbeitsgruppen
  • Ergebnisse der Antrags- und Auftragsforschung im Themenbereich Nachhaltiges Bauen
  • der internationale Stand der Entwicklung und Anwendung von Bewertungssystemen
  • der internationale Stand der Entwicklung und Anwendung von Zertifizierungssystemen
  • der Stand der wissenschaftlichen Diskussion zur Ökobilanzierung
  • der Stand der wissenschaftlichen Diskussion zur Lebenszykluskostenrechnung
  • der Stand der wissenschaftlichen Diskussion zur Teil- und Vollaggregation
  • Ziele und Sichtweisen interessierter Kreise
  • Bewertung der Nachhaltigkeit auf wissenschaftlicher Grundlage
  • grundsätzliche Anwendbarkeit für Neubau und Bestand
  • weitgehende Flexibilität hinsichtlich anderer Gebäudenutzungen (Schulen, Wohngebäude etc.)
  • prinzipielle Verwendbarkeit für weitere Bauwerksarten (Krankenhäuser, Industrieanlagen etc.)
  • generelle Übertragbarkeit auf geänderte Randbedingungen im internationalen Raum

Ergebnisse

In einer ersten Entwicklungsstufe kann der erarbeitete Systemvorschlag zur Nachhaltigkeitsbeurteilung und Zertifizierung neu gebauter Büro- und Verwaltungsgebäude Verwendung finden. Die Übertragung des Zertifizierungssystems auf Gebäude im Bestand sowie weitere Gebäudenutzungen und Bauwerksarten ist grundsätzlich möglich, wobei einzelne Kriterien ergänzt . ausgetauscht werden können.

Gegenstand der Nachhaltigkeitszertifizierung ist in erster Linie das Gebäude. Unabhängig von Grundstück und Umgebung werden seine Qualitäten innerhalb von vier Aspekten in ökologischer, ökonomischer, soziokultureller und funktionaler sowie technischer Hinsicht wissenschaftlich beurteilt. Die Bewertungsergebnisse der einzelnen Aspekte werden in einem Zertifikat unter Verwendung eines Labels transparent dargestellt. Neben der Nennung der Bewertungsergebnisse der einzelnen Aspekte wird das Gesamtergebnis als aggregierte Gesamtnote ausgewiesen. Die Themenbereiche Standortqualität und Prozessqualität werden gesondert bewertet und ausgewiesen; sie gehen nicht in die Endnote ein. Weitere wesentliche Gebäudekennwerte wie zum Beispiel der Primärenergiebedarf oder der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch werden gesondert dargestellt.

Die Nachhaltigkeit der Neubauten der für die Zertifizierung vorgesehenen Nutzungsart soll, um eine möglichst hohe Objektivität zu gewährleisten, weitestgehend quantifiziert werden. Die der Zertifizierung vorausgehende Bewertung basiert aus diesem Grund auf 43 für den Neubau von Wohn- und Verwaltungsgebäuden charakteristischen Kernkriterien, die den vier Nachhaltigkeitsaspekten "ökologische Qualität", "ökonomische Qualität", "soziale und funktionale Qualität" sowie "technische Qualität" zugeordnet wurden. Den Kriterien wurden über eine inhaltliche Kurzbeschreibung hinaus kennzeichnende Indikatoren zugeordnet und zielführende Methoden zur Messung vorgeschlagen.

Projektbeteiligte
Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitszertifizierung, Gebäude
Einordnung in Zukunft Bau : Gebäudebetrieb/ -nutzung, Bewertungssysteme für Nachhaltiges Bauen, Ressortforschung