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Fortsetzung des Dialogs Bauqualität – Erarbeitung von Lehrmodulen zum nachhaltigen Bauen zur Unterstützung der Aus- und Weiterbildung der am Bau Beschäftigten

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

Fortsetzung des Dialogs Bauqualität – Erarbeitung von Lehrmodulen zum nachhaltigen Bauen zur Unterstützung der Aus- und Weiterbildung der am Bau Beschäftigten


Projektnummer
10.08.17.7-06.11
Projektbeginn
12.2006
Projektende
01.2008
Projektstatus
abgeschlossen ohne Bericht

Die Durchsetzung einer nachhaltigen Entwicklung in der Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ist maßgeblich vom Wissen und Handeln der am Bau beteiligten Akteure abhängig. Ziel des des Projektes war es deshalb zu klären, ob bereits in der Aus- und Weiterbildung der relevanten Berufsgruppen die Fragen der Nachhaltigkeit ausreichend einbezogen werden.Projektlaufzeit: Dezember 2006 - Januar 2008

Ausgangslage

Entscheidungen, die sich auf die Aspekte und Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung direkt und indirekt auswirken, werden in verschiedenen Phasen im Lebenszyklus von Immobilien getroffen. Die Akteure verfolgen hierbei institutionelle und individuelle Ziele, verwenden spezifische Methoden und Hilfsmittel und folgen Arbeits- und Entscheidungsabläufen.

Ziel

Im Projekt wurde die Frage untersucht, welche der unmittelbar am Bau Beteiligten einen besonderen Einfluss auf Aspekte und Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung in der Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft haben. Es sollten die Schlüsselakteure identifiziert werden. Ziel war aufzuzeigen, welche Berufsbilder und Ausbildungsgänge für eine Tätigkeit in diesen Bereichen Voraussetzung sind. Durch die Erarbeitung von Handlungsanleitungen und Empfehlungen für die Hauptakteure haben die Wissenschaftler nun konkrete Hilfen für das nachhaltige Planen sowie Vorschläge entwickelt, wie durch ausgewählte Lehrmodule die Aus- und Weiterbildung im Feld  des nachhaltigen Planens, Bauens und Betreibens von Gebäuden unterstützt werden kann.

Auftragnehmer des Forschungsvorhabens war die Arbeitsgemeinschaft Prof. Dr.-Ing. habil. T. Lützkendorf, Universität Karlsruhe (TH), Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Stiftungslehrstuhl Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus, Prof. Dr.-Ing. C.A. Graubner, Technische Universität Darmstadt, Institut für Massivbau  und Dr.-Ing. G. Löhnert, sol·id·ar planungswerkstatt Berlin Architekten + Ingenieure.

Konzept

Im ersten Teil der Forschungsarbeit wurde ein System zur Charakterisierung der Schlüsselakteure entwickelt. Es  wurden die  Akteure ausgewählt, die einen direkten oder indirekten Einfluss auf den Lebenszyklus von Immobilien mit besonderem Bezug zur Nachhaltigkeit haben.

Die identifizierten Schlüsselakteure wurden in Form von Arbeitsblättern ("Akteursprofile") beschrieben. Schwerpunkte der Analyse waren der Grad des Einflusses der Akteure auf die Nachhaltigkeit von Gebäuden, ihre Stellung im Netzwerk, ihre Beteiligung an wegweisenden Entscheidungssituationen, die verwendeten Methoden für die Entscheidungsvorbereitung und die Berufsbilder, die zu einer Tätigkeit in dieser Akteursgruppe befähigen.

Da sich die Akteursgruppen aus Individuen mit verschiedenem beruflichem Profil zusammensetzen, ordneten die Wissenschaftler jeder Akteursgruppe entsprechende Berufsbilder und Ausbildungsgänge zu. Diese wurden anschließend dahingehend analysiert, ob und inwieweit in die Aus- und Weiterbildung bereits Nachhaltigkeitsaspekte einfließen bzw. wo ggf. Lücken vorhanden sind. Insgesamt wurden 23 Akteursgruppen festgelegt und untersucht.

Im zweiten Teil des Forschungsprojektes wurden Handlungsanleitungen und Handlungsempfehlungen für Planer entwickelt mit dem Ziel der Optimierung eines gesamten Bauvorhabens im Sinne der Nachhaltigkeit. Das Konzept der Handlungsempfehlungen basiert auf einem Baukastenprinzip und ermöglicht eine systematische Vernetzung von nachhaltigkeitsbezogenen Planungsinhalten und externen Fachinformationen. Die Grundlage jeder Handlungsempfehlung ist ein aus den Basisquellen extrahierter und adaptierter Textbaustein.   

Ergebnisse

Durch die Forschungsnehmer wurde dargestellt, dass Schlüsselakteure über erhebliche Entscheidungskompetenz und Entscheidungsfrequenz verfügen. Sie tragen damit wesentlich dazu bei, die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen am Bauobjekt vorantreiben. Dabei hängt der Erfolg nicht allein von einzelnen autark agierenden Schlüsselakteuren ab, sondern vor allem von ihrer Interaktion. Die Auswertung zeigt, dass eine enge Eingrenzung der untersuchten 23 Akteursgruppen auf einige wenige Schlüsselakteure nicht möglich ist. Die Beteiligung an der Entscheidung für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten muss in der Regel von mehreren Akteuren getragen werden, um im Projekt durchgesetzt werden zu können. Es wurden 13 Schlüsselakteure identifiziert: Wohnungsunternehmen, Immobilienfonds, Projektentwickler, Planungsbüro, Handwerksbetrieb/Bauunternehmen, Bauproduktherstellende Industrie, Bank/Versicherung, , Umwelt-/ Bau-/Energieberatung, Wertermittler/Sachverständiger, Maklerbüro, Schornsteinfeger, Nutzer (privat und Gewerbe). Die Auswertung der Akteursprofile ergab, dass Methoden und Verfahren zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen akteurs- und berufsbildübergreifend angewendet werden. Ergänzt wurden die Untersuchungen durch Expertengespräche der Forschungsnehmer mit Vertretern von Dachverbänden verschiedener Akteursgruppen. Diese Gespräche ließen erkennen, dass grundsätzlich noch Wissenslücken hinsichtlich der verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit und der akteursspezifischen Möglichkeiten zur Einflussnahme bestehen. Hauptprobleme waren, dass

Der allgemeine nationale und internationale Trend zeigt aber: Verbände und Bildungsträger erkennen zunehmend, dass zukunftsfähige Themen wie nachhaltiges Planen, Bauen und Betreiben kurzfristig in das Bildungsangebot mit einfließen müssen.

Handlungsanleitung "Nachhaltiges Bauen"

Mit den im Forschungsprojekt vorgelegten Handlungsanleitungen und Handlungsempfehlungen für Planer werden Architekten und Ingenieuren konkrete Hilfen für das nachhaltige Planen angeboten. Die Wissenschaftler schlagen das Konzept einer datenbankgestützten Handlungsanleitung "Nachhaltiges Bauen" für Planer vor, die auf Basis eines Baukastenprinzips entwickelt wurde und nun als Druckversion sowie als Excel-Datei vorliegt.

Die Handlungsempfehlungen sind zusammengefasst und thematisch ausgerichtet. Sie ermöglichen die Optimierung eines gesamten Bauvorhabens im Sinne der Nachhaltigkeit. Hauptzielgruppen sind Architekten, Fachingenieure und Bauherren, das heißt die untersuchten Hauptakteure, Entscheidungsträger und zentralen Multiplikatoren in Planungsprozessen. Weitere Akteursgruppen wie Nutzer, Investoren, Projektentwickler, Versicherer sind bereits beispielhaft berücksichtigt.

Die Grundlage jeder Handlungsempfehlung ist ein aus den Basisquellen extrahierter und adaptierter Textbaustein. Dieser ist möglichst konkret auf eine planerische Aufgabenstellung und die jeweiligen Akteure zugeschnitten. Handlungsempfehlungen werden mit externen Fachinformationen über Werkzeuge, Ressourcen und Normen verknüpft. Die mit den Handlungsempfehlungen potenziell erreichbaren Wirkungen in Bezug auf eine nachhaltigkeitsorientierte Planung und Umsetzung werden anhand von sechs Qualitätsaspekten bewertet: Technik, Funktion, Soziales, Ökonomie, Umwelt, Prozess. Es wurden Vorschläge entwickelt, wie durch ausgewählte Lehrmodule die Aus- und Weiterbildung der Schlüsselakteure im Themenbereich des nachhaltigen Planens, Bauens und Betreibens von Gebäuden unterstützt werden kann. Die Forschungsnehmer empfehlen die Berücksichtigung der Ergebnisse der Forschungsarbeit bei der Entwicklung dieser Curricula und Lehrinhalte.

  • bisher die in der Weiterbildung angebotenen Lehrmodule bei einigen Akteursgruppen auf noch geringes Interesse stießen und
  • besonders die anforderungsgerechte schulmäßige Vermittlung der Methoden der Entscheidungsfindung, bei denen die Nachhaltigkeit explizit als Strategie verfolgt wird, noch unzureichend ist.
Projektbeteiligte
Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Dialog Bauqualität, Bauqualität, Lehrmodule, Nachhaltiges Bauen, Schlüsselakteur, Handlungsanleitungen, Planer
Einordnung in Zukunft Bau : Bauqualität, Bewertungssysteme für Nachhaltiges Bauen, Ressortforschung, Aus-/ Weiterbildung, Architektur/ Gestaltung/ Qualität