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Vergleichswerte für Verbrauch bei Wohngebäuden

Ergebnisse

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

Vergleichswerte für Verbrauch bei Wohngebäuden


Projektnummer
10.08.17.7-09.22
Projektbeginn
12.2009
Projektende
06.2010
Projektstatus
abgeschlossen mit Bericht

Ergebnisse

Sinkende Energieverbräuche in Wohngebäuden erfordern eine Überprüfung der in Energieverbrauchsausweisen angegebenen Vergleichswerte. Über empirische Untersuchungen wurde in dieser Studie evaluiert, inwieweit gemessene Energieverbräuche mit den angegebenen Vergleichswerten im Durchschnitt übereinstimmen und aufgrund welcher Parameter systematische Abweichungen auftreten. Neben der verbrauchsorientierten (endenergetischen) Betrachtung wurde dabei auch eine mögliche primärenergetische Bewertung auf der Basis von Verbrauchsdaten untersucht.
Projektlaufzeit: Dezember 2009 - Juni 2010

Der aktuelle Energieausweis für Wohngebäude bietet in Form einer Skala Vergleichswerte für unterschiedliche Gebäudegrößen und Modernisierungszustände an. Diese Kennwerte sind im Wesentlichen aus modellhaften Energiebedarfsberechnungen hergeleitet und beziehen sich gleichermaßen auf den Bedarfs- wie auf den Verbrauchsausweis. Eine primärenergetische Bewertung ist bisher auf Basis des Energieverbrauchs nicht vorgesehen.

Da die Kennwerte in ihrer derzeitigen Form als Bezugsgröße für den Energieverbrauch in der Tendenz überhöht erscheinen, lag der Schwerpunkt des Projektes in der Ermittlung neuer Vergleichswerte - gezielt für den Verbrauchausweis - auf Grundlage einer aussagekräftigen empirischen Datenbasis. Zusätzlich wurde geprüft, in welcher Weise eine primärenergetische Bewertung, wie sie zukünftig durch die EU-Richtlinie 2010/31 "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden" (Gebäuderichtlinie) vorgesehen ist, im Verbrauchsausweis für Wohngebäude umgesetzt werden könnte.

Darüber hinaus wurden weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Aussagekraft des bisherigen Energieverbrauchsausweises geprüft.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war das Institut für Gebäude und Solartechnik der Technischen Universität Braunschweig.

Konzept

Für eine systematische Datenerhebung endenergetischer Verbrauchskennwerte standen Wärmeverbrauchskennzahlen von insgesamt 104.000 Gebäuden aus der Ausstellung von Verbrauchsausweisen der Jahre 2003 bis 2007 zur Verfügung. Es handelt sich aufgrund der primären Datenquelle (Verbrauchsabrechnung) überwiegend um Mehrfamilienhäuser. Die Erkenntnisse sind daher entsprechend zu korrigieren, was im Rahmen dieser Untersuchung methodisch nicht in vollem Umfang möglich war, da die dazu notwendigen Grundlagen nicht umfassend zur Verfügung standen.

Zur vertieften Auswertung wurden die Energieverbrauchskennzahlen von 64.000 Gebäuden differenziert nach folgenden Klassen betrachtet: "Energieträger", "Gebäudenutzfläche" und "Gebäudehülle". Gesondert wurde der Warmwasseranteil in Abhängigkeit der energetischen Gebäudequalität analysiert. Die primärenergetische Bewertung erfolgte nach der Klassifizierung "Energieträger".

Vorschläge für eine Weiterentwicklung der Ausweisformulare werden durch entsprechende Kommentierung der aktuellen Ausweisformulare vorgestellt.

Ergebnisse

Das zentrale Ergebnis der statistischen Datenerhebung zeigt, dass die bisherigen Vergleichswerte im Energieausweis mit Ausnahme der Neubauten tendenziell überhöht sind. Der den "Wohngebäudedurchschnitt" - bisher mit etwa 220 kWh/(m²*a) angegeben - ergibt sich auf Basis der Auswertung statistisch korrigiert zu rund 150 kWh/(m²*a), mithin etwa 30% geringer.

Eine quantitative Anpassung der derzeit verwendeten Vergleichswerte im Verbrauchsausweis scheint daher dringend notwendig. Damit wäre nach Meinung der Auftragnehmer auch die bisherige identische Angabe von Vergleichswerten im Bedarfs- und Verbrauchsausweis in Frage zu stellen; eine künftig differenzierte Behandlung könnte hingegen der Ungleichheit beider Verfahren gerecht werden.

Die Forschungsnehmer machen allerdings im Lichte ihrer Aufgabenstellung auch einige Vorschläge zur Darstellungsweise. Diese Vorschläge lösen sich zum Teil deutlich vom hergebrachten Energieausweis, so dass die von den Forschungsnehmern gesehenen Vorteile gegen die Nachteile von deutlichen Systemwechseln und damit fehlender Kompatibilität abzuwägen sind.

Von den Forschungsnehmern vorgeschlagen wird für den Verbrauchsausweis die Kombination einer endenergetischen Skala von 0 bis 250 kWh/(m²a) und einer primärenergetischen Skala von 0 bis 500 kWh/(m²a), in denen die ermittelten Vergleichswerte zugeordnet nach den Klassen "Energieträger", "Energiebezugsfläche" und "Gebäudehülle" über angepasste Farbskalen dargestellt werden. Die Forschungsnehmer gehen bei diesem Vorschlag allerdings davon aus, dass auf diesen Skalen auch Gebäude mit sehr ungünstigen Verbrauchswerten noch differenziert dargestellt werden sollen. Ohne diese - aus Sicht des Auftraggebers unnötige - Prämisse wären (wie schon bisher) kürzere, durch ein ">"-Zeichen abgeschlossene Skalen verwendbar.

Projektbeteiligte
Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Vergleichswerte, Verbrauch, Wohngebäude, Energieausweis, EnEV
Einordnung in Zukunft Bau : Gebäudehülle, Ressortforschung, Wohnungsbau, Energieeinsparung/ -gewinnung