Zurück

Inhalte

Statistische Untersuchung zur Anzahl niedergelassener Architekturbüros in ausgewählten EU-Mitgliedstaaten im Zusammenhang mit dem Preisrecht der

Ergebnisse

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

Statistische Untersuchung zur Anzahl niedergelassener Architekturbüros in ausgewählten EU-Mitgliedstaaten im Zusammenhang mit dem Preisrecht der


Projektnummer
10.08.17.7-16.01
Projektbeginn
09.2016
Projektende
12.2016
Projektstatus
abgeschlossen mit Bericht

Ergebnisse

Nach Auffassung der Europäischen Kommission verstoßen die Mindest- und Höchsthonorare für Architekten und Ingenieure in Deutschland gegen die Auflagen der Dienstleistungsrichtlinie, insbesondere die Anforderungen an die Niederlassungsfreiheit. Das Forschungsprojekt hat untersucht, inwieweit sich in anderen EU-Mitgliedstaaten, in denen kein verbindliches Preisrecht für die Honorierung für Architekten- und Ingenieurleistungen besteht oder dieses außer Kraft gesetzt wurde, ausländische Erst- oder Zweigniederlassungen etabliert haben.

Projektlaufzeit: September 2016 - Dezember 2016

Ausgangslage

Im Juni 2015 hat die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland zum verbindlichen Preisrecht der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) eingeleitet. Es ist damit zu rechnen, dass das Vertragsverletzungsverfahren zu einem Gerichtsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) führen wird.

Nach Auffassung der Europäischen Kommission verstoßen die Mindest- und Höchsthonorare für Architekten und Ingenieure gegen die Auflagen der Dienstleistungsrichtlinie, insbesondere die Anforderungen an die Niederlassungsfreiheit (Artikel 15 Dienstleistungsrichtlinie). Das verbindliche Preisrecht erschwere ausländischen Anbietern den Marktzutritt in Deutschland, da sie deren Möglichkeit beschränke, mit anderen Anbietern auch über den Preis zu konkurrieren, indem sie ihre Leistungen unterhalb oder oberhalb der Tarife der HOAI anbieten.

Ziel

Durch das Forschungsvorhaben sollte ermittelt werden, inwieweit sich in anderen Mitgliedstaaten, in denen kein verbindliches Preisrecht für die Honorierung für Architekten- und Ingenieurleistungen besteht oder dieses außer Kraft gesetzt wurde, ausländische Erst- oder Zweigniederlassungen etabliert haben.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war das Bauökonomie der Universität Stuttgart.

Konzept

 

Zunächst wurde in einem ersten Arbeitspaket die Identifikation der potenziellen Datenbestände vorangetrieben und die darauf aufbauende Vorgehensweise weiterentwickelt. Zusätzlich wurde eine Literatur- und Marktrecherche für die ausgewählten Länder durchgeführt, um einen Überblick über die verfügbaren Datenbestände zu erhalten. Dabei standen vor allem die statistischen Ämter sowie entsprechenden länderspezifischen Verbände der Architekten im Mittelpunkt. Die Liste zu potenziellen Datenbeständen wurde konkretisiert. Dazu wurden die entsprechenden Kontakte in den EU-Ländern Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Österreich und UK eingebunden.

In Ergänzung zu den genannten Institutionen wurden die Berufsverbände, d.h. Architektenkammern bzw. entsprechende vergleichbare Institutionen, in den einzelnen Ländern angesprochen. Zielrichtung des Frageschemas war es, die Anzahl ausländischer niedergelassener Architekturbüros im Vergleich zur Gesamtanzahl der niedergelassenen Architekturbüros zu erheben. Dabei wurden einerseits die Strukturen der zu befragenden EU-Länder Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Polen und mit einbezogen. Andererseits wurden aber gerade die Grundlagen der verfügbaren Daten hinterfragt (vor allem betrachtete Grundgesamtheit), um die Vergleichbarkeit zwischen den Ländern sicherstellen zu können.

Das im ersten Arbeitspaket entwickelte Erhebungsschema wurde im zweiten Arbeitspaket umgesetzt. Die entsprechenden Daten wurden bei den benannten Institutionen erhoben. Die Daten über die Anzahl ausländischer niedergelassener Architekturbüros im Vergleich zur Gesamtanzahl der niedergelassenen Architekturbüros wurden bei den zuvor ausgewählten und abgestimmten Stellen in den EU-Ländern Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Polen und erhoben. Dabei kam das erarbeitete und abgestimmte Frageschema zum Einsatz, um eine standardisierte und auch vollständige Erhebung zu gewährleisten.

Auf der Grundlage der vorangegangenen Sekundärdatenerhebung wurde mit dem dritten Arbeitspaket das recherchierte Datenmaterial gegenübergestellt. Im Wesentlichen wurde der Anteil der ausländischen Architekturbüros je Land (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Österreich und ) ermittelt, indem die entsprechenden Datengrundlagen gegenübergestellt wurden. Darüber hinaus wurden die Differenzen hinsichtlich des Anteils ausländischer Architekturbüros zwischen den Ländern benannt. Dabei kamen deskriptive, statistische Verfahren zum Einsatz. Eine Interpretation hinsichtlich der Gründe für die länderspezifischen Ergebnisse war nicht Teil der Datenauswertung.

 

 

 

Ergebnisse

Mit dem Forschungsprojekt war die Fragestellung zu beantworten, wie hoch die Anzahl und der Anteil der ausländischen niedergelassenen Architekturbüros im Vergleich zur Gesamtanzahl der niedergelassenen Architekturbüros ist. Dabei wurde fokussiert auf die EU-Ländern Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Polen und .

Für diese Länder wurde eine Datenerhebung durchgeführt, die sich auf die jeweiligen statistischen Ämter abstützt. Die Datengrundlage und -auswertung ist im Endbericht unter "Veröffentlichungen" näher ausgeführt.

Die Ergebnisse der Erhebung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Die Anzahl der ausländischen niedergelassenen Architekturbüros beträgt in den betrachteten Ländern zwischen 20 (Österreich in 2010) und 51 (Deutschland in 2011).
  • Der Anteil der ausländischen niedergelassenen Architekturbüros an der Gesamtanzahl niedergelassenen Architekturbüros variiert auf sehr niedrigem Niveau von 0,1% (Deutschland; Finnland in 2014) bis 0,5% (Österreich in 2011).
Projektbeteiligte
Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Teilleistungsbewertung, Leistungsphasen, Objektplanung, Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen, HOAI
Einordnung in Zukunft Bau : Baurecht, Bauwirtschaft, Planungsprozesse