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Untersuchungen zur Kostenrelevanz von Normen und Standards im Wohnungsbau sowie zu Einflussmöglichkeiten

Ergebnisse

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

Untersuchungen zur Kostenrelevanz von Normen und Standards im Wohnungsbau sowie zu Einflussmöglichkeiten


Projektnummer
10.08.17.7-16.14
Projektbeginn
10.2016
Projektende
04.2017
Projektstatus
abgeschlossen mit Bericht

Ergebnisse

Das Projekt beschäftigte sich mit dem Kosteneinfluss von Objektmerkmalen auf die Baukosten von Wohngebäuden. Ziel des Projekts war die Entwicklung einer Systematik zur Ermittlung von Erfüllungskosten aufgrund von Regelungen wie Normen und Standards einschließlich der Überführung in eine Handlungsempfehlung.

Projektlaufzeit: Oktober 2016 – April 2017

Ausgangslage

Innerhalb des „Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen“ wurde die Baukostensenkungskommission eingerichtet, um die Entwicklung der Baukosten zu analysieren und Kostentreiber beim Neubau und der Modernisierung von Wohngebäuden zu identifizieren, Ursachen für diese Entwicklungen zu untersuchen und Verbesserungsmöglichkeiten für eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit des Bauens aufzuzeigen.

Das vorliegende Projekt beschäftigte sich insbesondere mit dem Kosteneinfluss von Objektmerkmalen auf die Baukosten von Wohngebäuden. Die Objektmerkmale und deren Ausprägungen wurden dabei im Kontext der Regelungen (wie Normen und Standards) gesehen, die gemäß Baukostensenkungskommission maßgeblich auf die Baukosten von Wohngebäuden einwirken.

Im Mittelpunkt der Forschung standen die so genannten Erfüllungskosten von Regelungsanforderungen beim Neubau von Wohngebäuden (Mehrfamilienhäuser mit drei oder mehr Wohnungen). Es handelte sich gemäß Abstimmung mit dem Auftraggeber letztlich um die Abschätzung der Bauwerks- und Außenanlagenkosten (Kostengruppe 300, 400 und 500 nach DIN 276-1:2008-12), die durch die Erfüllung von Regelungsanforderungen "verursacht" werden. Sie sollen zukünftig grob quantifizierbar sein und somit auch bei der Weiterentwicklung von Regelungen (wie Normen und Standards) Berücksichtigung finden können, weshalb insbesondere auf eine methodische und strukturelle Systematik in Form einer Handlungsempfehlung Wert gelegt wurde.

Daneben sollte betrachtet werden, wie die entwickelte Systematik in den Regelungsprozess der obersten Bauaufsichtsbehörden eingebunden werden kann. Dazu wurde auf der Prozessbeschreibung des Auftraggebers und ergänzenden Informationen zu Normierungsprojekten aufgebaut. Das vorliegende Projekt stand somit vor der Aufgabe, eine Grundlage zu liefern, welche die Ursache-Wirkungszusammenhänge zwischen Kosten und Anforderungen beschreibt, um vor allem die Erarbeitung von Regelungen zukünftig zu unterstützen.

Ziel

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Ausgangslage waren die Zielsetzungen des Projekts zum einen die Entwicklung einer Systematik zur Ermittlung der Erfüllungskosten aufgrund von Regelungsanforderungen, zum anderen die Bereitstellung einer Handlungsempfehlung.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war das TGZ Bauökonomie, Stuttgart.

Konzept

Der Forschungsnehmer hat innerhalb des ersten Arbeitspaketes eine Systematik entwickelt, die zur Abschätzung der Erfüllungskosten von Regelungsanforderungen dienen kann. Diese Systematik ist für den definierten Untersuchungsgegenstand geeignet und arbeitet mit beispielhaften Referenzobjekten, an denen die Kostenauswirkungen von Anforderungen konkret abgeschätzt werden können. Die Anwendung der Systematik erfolgte für ausgewählte Anforderungen, die in Abstimmung mit dem Auftraggeber bestimmt wurden.

In einem ersten Arbeitsschritt wurden der Untersuchungsgegenstand und die beispielhaft zu untersuchenden Regelungsanforderungen – Normen und gesellschaftliche Standards – definiert. In Abstimmung mit dem Auftraggeber wurde der Untersuchungsgenstand auf den Neubau von Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohnungen eingegrenzt, wie er beispielsweise im Bauwerkszuordnungskatalog (BWZ) umrissen ist. Eine Eingrenzung auf den Mietwohnungsbau, den bezahlbaren Wohnungsbau oder dergleichen erfolgte nicht.

Eine weitergehende Konkretisierung war mit Hilfe des oben genannten BWZ-Kataloges nicht gegeben, so dass der Gebäudeartenkatalog des BKI (Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern) herangezogen wurde. Er erlaubte eine Konkretisierung hinsichtlich der relevanten Gebäudearten, die sich direkt an den BWZ-Katalog anschließen und vor dem Hintergrund der Bauwerkskosten gebildet wurden. Es handelte sich dabei um die folgenden Gebäudearten:

In Ergänzung zu den Gebäudearten war festzuschreiben, welche Kostenauswirkungen im Detail untersucht werden. Dabei wurde in Abstimmung mit dem Auftraggeber bestimmt, dass eine Konzentration ausschließlich auf die Kostengruppen 300 und 400 nach DIN 276-1:2008-12 (Bauwerkskosten) erfolgt. Nur bei Bedarf ist dieser Fokus auf die Kostengruppe "500 Außenanlagen" zu erweitern, wenn beispielsweise Regelungsanforderungen mit Bezug zu den Außenanlagen betrachtet werden.

Aufbauend auf dem ersten Arbeitspakt wurde mit dem zweiten Arbeitspaket eine Handlungsempfehlung zur Abschätzung von Kostenauswirkungen bedingt durch die Anwendung von Regelungen (wie Normen und Standards) entwickelt. Es wurde letztlich eine Systematik zur Abschätzung der Erfüllungskosten vor dem Hintergrund beispielhafter Referenzobjekte beschrieben, die auch für zukünftige Abschätzungen geeignet und transparent anwendbar ist. Die Handlungsempfehlung enthält zusätzlich eine Empfehlung, wie die Anwendung innerhalb des Regelungsprozesses im normativen und bauaufsichtlichen Bereich (bereitgestellt durch Auftraggeber) erfolgen kann. Innerhalb der Handlungsempfehlung finden sich auch textliche Ausführungen, die auf weitere Kosteneinflüsse hinweisen. Sie sind bei der Interpretation der Ermittlungsergebnisse zu berücksichtigen.

  • Mehrfamilienhäuser mit 3 bis 6 Wohneinheiten
  • Mehrfamilienhäuser mit 7 bis 19 Wohneinheiten
  • Mehrfamilienhäuser mit mehr als 19 Wohneinheiten

Ergebnisse

Die Zielsetzung des Projekts bestand in der Entwicklung einer Systematik zur Ermittlung von Erfüllungskosten aufgrund von Regelungen (wie Normen und Standards) einschließlich der Überführung in eine Handlungsempfehlung.

Die entwickelte Systematik zur Ermittlung der Erfüllungskosten lässt sich grundsätzlich an den nachfolgenden Arbeitsschritten festmachen:

Eine Konkretisierung und auch Überprüfung der Systematik erfolgte durch die Ermittlung der Erfüllungskosten von ausgewählten Regelungsanforderungen des Schallschutzes, der Barrierefreiheit und die Gründach-Standard. Darüber hinaus wurden weitere Anforderungen aus dem Bereich der "gesellschaftlichen Standards" (Balkon, Fußbodenheizung, bodengleiche Duschtasse und energieeffiziente Küchengeräte) betrachtet. Aufgrund der Beispielanwendungen und durchgeführten Experten im Rahmen der Überprüfung wird deutlich, dass die entwickelte Systematik grundsätzlich für die Ermittlung der Erfüllungskosten geeignet ist. Hervorzuheben ist aber, dass die Definition der baulichen Maßnahmen von großer Relevanz ist und entsprechendes Expertenwissen aus dem jeweiligen Regelungsumfeld erfordert.

Bei der Handlungsempfehlung zur Ermittlung der Erfüllungskosten von Regelungen (wie Normen und Standards) handelt es sich um einen Entwurf mit den Vorschlägen des Forschungsnehmers, der beispielsweise hinsichtlich der organisatorischen Aspekte und der beispielhaften Referenzobjekte abzustimmen ist. Der Textaufbau der Empfehlung gliedert sich in vier Kapitel, die sich strukturell und auch inhaltlich am "Leitfaden zur Ermittlung und Darstellung der Erfüllungskosten in Regelungsvorhaben der Bundesregierung" orientieren (2012 herausgegeben vom Statistischen Bundesamt, Wiesbaden im Auftrag der Bundesregierung und des Nationalen Normenkontrollrates).

  1. Beschreibung der Regelungsanforderungen
  2. Überprüfung der Referenzobjekte
  3. Ableitung der baulichen Maßnahmen
  4. Ermittlung der einzelnen Auswirkungen
  5. Ermittlung der Gesamtauswirkung
  6. Darstellung der Ergebnisse
Projektbeteiligte
Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Baukosten, Wohngebäude, Kostenrelevanz, Regelungen, Normen und Standards, Wohnungsbau
Einordnung in Zukunft Bau : Bauwirtschaft, Normen/ Standards, Wohnungsbau