Fachsymposium Effizienzhaus Plus am 18. Februar 2016

Über 220 Teilnehmer hatten sich innerhalb weniger Wochen zum Fachsymposium angemeldet. Anlässlich des fünften Jahrestages der Initiierung der Forschungsinitiative »Effizienzhaus-Plus« hat das Fraunhofer IBP gemeinsam mit dem Bauministerium (BMUB) zu einem Fachsymposium in Verbindung im Rahmen der Messe bautec nach Berlin geladen. Der Informationsaustausch fand in gewohnt offener Atmosphäre statt, in der sowohl Probleme als auch positive Rückäußerungen angesprochen wurden.

Ministerial Dirigent Hoffmann würdigte in seiner Eröffnungsrede im besonderen Masse die Leistung des Fraunhofer IBP im Rahmen der Begleitforschung, die maßgeblich dazu beigetragen hat, das Programm so populär auszugestalten. In einem Rückblick 5 Jahre Effizienzhaus Plus stellte Frau Alten (BMUB) die Entstehungsgeschichte und dreijährige Nutzung des Effizienzhaus Plus des Bundes in der Fasanenstraße in Berlin vor.

Die Betriebserfahrungen in einem Effizienzhaus Plus, LaVidaVerde in Berlin, wurden eingehend von einer Mitinitiatorin und Bewohnerin geschildert. Frau Mohaupt ging dabei auch auf Probleme aus Sicht der Nutzer ein, sich intensiv mit der Anlagentechnik auseinandersetzen zu müssen, da ausführende Firmen aus mangelnder Kooperation und fachlicher Überforderung an einem makellosen Funktionieren der Haustechnischen Anlagen nur bedingt interessiert sind. Optimierungspotentiale des Gebäudes wurden anhand des Berichts des technischen Monitorings durch Herrn Dietz von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin erläutert.

Eine allgemeine Querauswertung zu allen 36 Modellvorhaben des Netzwerk Effizienzhaus Plus und zu den Monitoring Ergebnissen der ersten 20 Projekte, die bisher die vollständige 2-jährige Messperiode durchlaufen haben, wurde von Frau Bergmann vom Fraunhofer Institut für Bauphysik dargestellt. Dabei zeigte sich, die Notwendigkeit des Monitorings um Zielvorgaben zu erreichen und Optimierungen durchführen zu können. Frau Dr. Schulze vom Berliner Institut für Sozialforschung (bis) gab eine Einsicht in das sozialwissenschaftliche Monitoring, das die Bewohner der Gebäude in Form von Interviews zu ihrer Zufriedenheit und dem Umgang des Wohnens in einem Effizienzhaus Plus befragt. Nach dem Einzug zeigte sich eine überwiegend positive Resonanz, die nach Ablauf der ersten Heizperiode überprüft werden soll.

Nach einer Kaffeepause, in der sich die Teilnehmer in einer Posterausstellung über alle Modellvorhaben informieren konnten berichtete Herr Erhorn (Fraunhofer IBP) über 10 Jahre Forschungsinitiative zu energieeffizienten Schulen in Deutschland und Europa. Die gezeigten Best Practice Objekte können auch im Bereich der Bildungsbauten bereits den Effizienzhaus Plus Standard erfüllen. Ergänzend dazu stellte Herr Rose (BBSR) das aktuelle Förderprogramm des Bundes zu Bildungsbauten im Effizienzhaus Plus Standard vor. Um die zentrale Anforderung sowohl einen negativen Primärenergie- als auch einen negativen Endenergiebedarf, unter Berücksichtigung der Endenergie eines pauschalen Nutzerstroms von 10 kWh/m²a zu erreichen, sollten bereits in der frühen Entwurfs- und Konzeptphase wichtige Komponenten des Effizienzhaus Plus berücksichtigt werden. Der Fördermittelgeber steht dabei gerne beratend zur Seite. Die Umsetzung zukünftiger Technologien, wie etwa das Effizienzhaus Plus in einen städtebaulichen Kontext zeigt Herr Spender vom Regionalmanagement City West, am Beispiel der Stadtentwicklung der westlichen Berliner Innenstadt.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern des Fördermittelgebers (Frau Alten, BMUB), des sozialwissenschaftlichen Monitorings (Frau Dr. Schulze, bis), der Architektur (Frau Körholz) und der Städtevertreter (Herr Dr. Kempe, Landeshauptstadt Stuttgart) wurde unter der  Leitung von Herrn Erhorn (Fraunhofer IBP) über „5 Jahre Effizienzhaus Plus, Gebäude realisieren- Hemmnisse überwinden“ diskutiert. Das Podium war sich einig, dass der Effizienzhaus Plus Standard auch auf Bildungsgebäude übertragbar und realisierbar ist. Es bedarf jedoch einer frühzeitigen Kommunikation zwischen Planer, Nutzer und ausführenden Formen um auch die geplanten anlagentechnischen Bausteine im Zusammenspiel mit der Nutzung optimal und ohne Komforteinbußen nutzen zu können. Das Förderprogramm sollte weiter publik gemacht werden. In einer regen Teilnahme des Publikums an der Diskussion, ergab sich bei Umsetzung des Effizienzhaus Plus Standards in Mehrfamilienhäusern der Wunsch an das BMUB, Klarheit bei Abrechnungs- und Verkaufsmodellen für den eigenproduzierten Strom aus Photovoltaikanlagen zu schaffen.

 

Anlagen

  • Programm des 8. Workshops in Berlin am 18. Februar 2016 (PDF, 159 KB) (nicht barrierefrei)
  • 5 Jahre Initiative Effizienzhaus Plus von Petra Alten (PDF, 9 MB) (nicht barrierefrei)
  • Von der Idee bis zur Wohnerfahrung  von Franziska Mohaupt (PDF,  345 KB) (nicht barrierefrei)
  • Effizienzhaus Plus "LaVidaVerde" - Monitoringergebnisse aus dem ersten Betriebsjahr von Sebastian Dietz (PDF,  1,3 MB) (nicht barrierefrei)
  • Randbedingungen für Effizienzhäuser Plus - Erfahrungen aus 3 Jahren Monitoring (PDF, 1,2 MB) (nicht barrierefrei)
  • Aktiv-Stadthaus - Erfahrungen der Mieter mit dem Plus von Dr. Eva Schulze (PDF, 187 KB) (nicht barrierefrei)
  • 10 Jahre Forschungsinitiative EnEff:Schule von Hans Erhorn (PDF, 3,3 MB) (nicht barrierefrei)
  • Bildungsbauten im Effizienzhaus Plus Standard von Arnd Rose (PDF, 2,4 MB) (nicht barrierefrei)
  • Achse der Zukunftstechnologie von Dirk Spender (PDF,  8,1 MB) (nicht barrierefrei)