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Nachnutzung und Betrieb des Effizienzhauses Plus mit Elektromobilität als Informations- und Kompetenzzentrum für zukunftsgerechtes Bauen

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

Nachnutzung und Betrieb des Effizienzhauses Plus mit Elektromobilität als Informations- und Kompetenzzentrum für zukunftsgerechtes Bauen


Projektnummer
Projektbeginn
03.2020
Projektende
03.2021
Projektstatus
abgeschlossen ohne Bericht

Während des Interimsbetriebs des Effizienzhauses Plus mit Elektromobilität wurde eine gegenüber dem Vollbetrieb vereinfachte Mindestvermittlung von Inhalten sichergestellt. Zudem wurde eine Befragung zum Thema "Wohnen und Leben in Effizienzhaus Plus-Wohngebäuden zu Coronazeiten" durchgeführt.

Ausgangslage

Das Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität in Berlin ist ein innovatives Modellprojekt für zukunftsgerechtes Bauen. Es stellt mehr Energie bereit, als für den Betrieb notwendig ist. Dieser Energieüberschuss kann beispielsweise für Elektromobilität verwendet werden.

Seit 2017 dient das Gebäude als "Informations- und Kompetenzzentrum für zukunftsgerechtes Bauen" (IKzB). Während des Interimsbetriebs von März bis September 2020 wurde eine im Vergleich zum Vollbetrieb vereinfachte Mindestvermittlung von Inhalten aus der Bauforschungsinitiative "Effizienzhaus Plus" und dem Innovationsprogramm „Zukunft Bau“ gegenüber der (Fach-)Öffentlichkeit sichergestellt.

Angesichts der Corona-Pandemie hat sich der Alltag und die Arbeit vieler Menschen in kurzer Zeit gravierend verändert. Durch die Corona-Maßnahmen verbringen viele Menschen mehr Zeit zu Hause und erleben ihre Wohnung bzw. ihr Haus intensiver. Die im Rahmen eines Unterauftrags entstandene sozialwissenschaftliche Untersuchung zum Thema "Wohnen und Leben in Effizienzhaus Plus-Wohngebäuden zu Coronazeiten" adressierte Bewohnerinnen und Bewohner von Effizienzhaus Plus-Wohngebäuden und fand im Zeitraum vom 15. Juni bis 31. Juli 2020 statt.

Ziel

Ziel des Interimsbetriebs war die sach- und fachkundige Betreuung des Informationszentrums vor Ort, die Ausrichtung von Veranstaltungen, die Vernetzung und aktive Kooperation mit Projektpartnern, die Einbindung Dritter und die laufende Unterhaltung im Rahmen des Facility Managements.

Die sozialwissenschaftliche Befragung des Berliner Institut für Sozialforschung GmbH (BIS) hat untersucht, wie die Bewohnerinnen und Bewohner von Gebäuden im Effizienzhaus-Plus-Standard diese während der Corona-Pandemie wahrnehmen und wie wohl sie sich in ihrer Wohnung bzw. in ihrem Haus fühlen.


Auftragnehmer des Forschungsprojekts war Vagedes & Schmidt GmbH, Hamburg, in Kooperation mit dem Unterauftragnehmer BIS Berliner Institut für Sozialforschung GmbH.

Konzept

Die Kontaktaufnahme zu 36 Bauherren bzw. Wohnbaugesellschaften sowie zu Eigentümerinnen und Eigentümern von Wohnungen bzw. Häusern im Effizienzhaus Plus-Standard aus dem Effizienzhaus Plus-Netzwerk fand durch die persönliche Ansprache des BIS (per E-Mail oder telefonisch) statt. Dabei wurden die Eigentümerinnen und Eigentümer über die geplante Befragung informiert, Bauherren von Mehrfamilienhäusern wurden gebeten, die Einladung zur Befragung an die Mietparteien weiterzugeben.

Grundlage der Untersuchung war ein Online-Fragebogen, um die aufgrund der Corona-Maßnahmen notwendige kontaktlose Beantwortung zu ermöglichen. Die Einwilligung zur Verwendung der Daten war für die Teilnahme zwingend erforderlich. Insgesamt haben 20 Personen, darunter Bauherren und Mietparteien, an der Befragung teilgenommen.

Ergebnisse

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass alle Befragten aus heutiger Sicht wieder in ein Wohngebäude im Effizienzhaus Plus-Standard ziehen würden.

Die meisten befragten Personen fühlen sich wohl

Die befragten Personen leben durchschnittlich vier Jahre in der Wohnung oder dem Haus, die meisten von ihnen nicht alleine. 13 von 20 Befragten leben zu zweit, in weiteren sechs Haushalten leben bis zu fünf Personen. Nur eine Person ist Alleinstehend.

Knapp drei Viertel (14 von 20 Personen) der Befragten fühlen sich in ihrer Wohnung sehr wohl. Als überwiegend angenehm werden das Raumklima, der Wohnkomfort und die ansprechende Architektur empfunden. Als problematisch wird in einigen Gebäuden die Belüftung empfunden, gerade bei sich aufheizenden Räumen oder auch im Schlafzimmerbereich.

Durch die Corona-Pandemie relevante Veränderungen des Alltages drücken sich dadurch aus, dass im Homeoffice der Straßenlärm als störend empfunden wird, insbesondere beispielsweise bei offener Balkontüre. Insgesamt ist die gute Dämmung im Gebäude und die Aufteilung und Größe der Räume von Vorteil, gerade bei der verstärkten Nutzung der Wohnungen für Arbeit, Schule und Haushalt von mehreren Menschen gleichzeitig.

Höherer Energieverbrauch aufgrund längeren Aufenthalts zu Hause

Gerade während der Corona-Pandemie hat sich der Energieverbrauch durch Hausarbeit, Homeoffice und Medienkonsum für die meisten Haushalte erhöht (15 von 20 Befragten). Dies entspricht der Entwicklung der Energieverbräuche in Haushalten mit Homeoffice unabhängig vom jeweiligen Gebäudestandard.

Unabhängig von der Pandemie wird eine energieintensive Ausstattung (Badewanne im Bad, Ceranfeld in der Küche) durch die Mietparteien kritisch gesehen, weil das Konzept von energiearmem Wohnen nicht konsequent umgesetzt wird. Hier wird eine Diskrepanz zwischen Energiebewusstsein und Alltagshandlung thematisiert. Die Gewohnheiten und der Umgang mit Energie haben sich durch die Pandemie nicht verändert. Die meisten Befragten finden es wichtig, die Technologie ihres Gebäudes zu kennen.

Bewusstsein um Besonderheit des Effizienzhaus Plus-Standards, Informationen rundherum gewünscht

Die Bewohnerinnen und Bewohner sind sich der Besonderheit, in einem Effizienzhaus Plus zu wohnen, sehr bewusst und drücken dieses auch aus. Allerdings kennen nur vier von 20 Befragten das Informations- und Kompetenzzentrum für zukunftsgerechtes Bauen (IKzB) in Berlin.

Vor allem sind die Bewohnerinnen und Bewohner neugierig, wie es anderen Menschen in diesen Gebäuden geht. Informationen werden gerne in Form einer Website, Pressemitteilung oder auch einer Jubiläumszeitschrift bzw. Broschüren angenommen. Auch Veranstaltungen, die einen persönlichen Austausch ermöglichen, werden gewünscht.

Zum zehnjährigen Jubiläum 2021 bringen sich elf Befragte mit Ideen ein. Sie interessiert, welche Akteure den Effizienzhaus Plus-Standard vorantreiben und welche neuen Technologien und Projekte in diesem Bereich existieren. Eine denkbare Aktion wäre auch eine Informationskampagne über den Energieverbrauch des Gebäudes oder über noch mehr Möglichkeiten, Energie zu sparen.

Abschlussbericht Berliner Institut für Sozialforschung BIS:

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Projektbeteiligte
Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Effizienzhaus Plus, Nachnutzung, Wohnen, Corona