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Weiterentwicklung des BNB-Kriteriensteckbriefs „Risiken für die lokale Umwelt“

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

Weiterentwicklung des BNB-Kriteriensteckbriefs „Risiken für die lokale Umwelt“


Projektnummer
Projektbeginn
09.2020
Projektende
12.2021
Projektstatus
laufend

Ausgangslage

Das nachhaltige Bauen ist als wichtiger Bestandteil der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie auf Bundesebene seit vielen Jahren etabliert. Mit der verpflichtenden Anwendung des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) für Büro- und Verwaltungsgebäude sowie Unterrichtsgebäude und Laborgebäude ist das nachhaltige Bauen selbstverständlicher Bestandteil der Planung und Ausführung für alle im Auftrag des Bundes entstehenden Gebäude geworden.

Mit dem BNB-Kriteriensteckbrief 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ soll das Risikopotenzial für die Umweltmedien Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft sowie gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Anreicherung in den Nahrungsketten oder Verunreinigung der Innenraumluft reduziert bzw. vermieden werden. Mit dem aktuell (seit der BNB-Version 2015) gültigen Kriteriensteckbrief ist ein branchenübergreifendes Instrumentarium aufgestellt worden, mit welchem die Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen von Baumaterialien erstmalig umfassend bewertet werden können. Risiken für die lokale Umwelt können in der Planungs- und Bauphase minimiert werden, indem eine sorgfältige Auswahl schadstoff- und emissionsarmer Bauprodukte erfolgt.

Ziel

Ziel des Forschungsprojektes ist zum einen die Konsolidierung und zum anderen die Weiterentwicklung des BNB-Kriteriums 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“. Das Chemikalienrecht entwickelt sich auf nationaler und europäischer Ebene dynamisch. In den letzten Jahren wuchs die Zahl gefährlicher oder besonders besorgniserregender Stoffe sowie die Zahl der davon erfassten Bauprodukte. Auch der Stand der Bautechnik und die Entwicklung neuer Bauprodukte steht nicht still.

Vor diesem Hintergrund werden die Anforderungen des BNB-Systems an Bauprodukte aktualisiert und dem aktuellen Bau- und Chemikalienrecht angepasst. Aus der Anwendung der letzten Jahre formte sich der Wunsch, die Handhabung und Umsetzung der komplexen Materie zu verbessern sowie die Wechselwirkung zwischen Baustoffen und Umweltauswirkungen noch besser zu verstehen. Hierbei sind sowohl Grundsatzfragen als auch Spezialfragen zu beantworten, die sich aus der Umsetzung der Anforderungen des BNB-Systems an Bauprodukte ergeben. Diese können bauchemischer und konstruktionstechnischer Natur sein oder auch die Marktverfügbarkeit der Bauprodukte betreffen.

Darüber hinaus ist zur Qualitätssicherung und Kontrolle der erfolgreichen Umsetzung des Steckbriefs eine Überprüfung der Innenraumluftqualitäten hinsichtlich der Emissionen in zertifizierten Bestandsgebäuden des Bundes vorgesehen. Das Forschungsprojekt will die Erfahrungen schadstoffarmen Bauens stärken und noch mehr zum Bau (sehr) schadstoffarmer Gebäude ermutigen. Damit ließe sich auch die Energieeffizienz weiter steigern. Ferner werden die Bauverwaltungen in ihren Bauaufgaben bzw. die Konformitätsprüfungsstellen in ihrer Qualitätskontrolle unterstützt.

Konzept

An der Weiterentwicklung des Kriteriums 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ sind neben dem BBSR das Umweltbundesamt, das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) und informierten Dritte beteiligt. Eingebracht werden Erfahrungswerte, der Überblick über die Marktverfügbarkeit von Baustoffen, Recherchen, Expertisen, Beratungen und Innenraumluftmessungen sowie Berichte zu Einzelthemen oder einzelnen chemischen Stoffen.

Berücksichtigt werden Neuerungen durch die MVVTB, REACH-Verordnung (EG) 1907/2006, POP-Verordnung (EG) 1021/2019, Biozid-Verordnung (EU) 528/2012, RoHS-Richtlinien, GISCODE der BG Bau sowie Fortschreibungen diverser Gütesiegel gemäß Blauer Engel, GEV-EMICODE, VdL-Richtlinie 01 und 11. Daraus wird eine inhaltliche und redaktionelle Fortschreibung des Kriteriums 1.1.6 auf der Höhe der Zeit erarbeitet.

Im Anschluss wird die Qualität bereits erstellter Bundesbauten durch Raumluftmessungen kontrolliert. Der Zeitpunkt der Messungen erfolgt hierbei sechs bis zwölf Monate nach Fertigstellung, um daraus ergänzende Erkenntnisse über das weitere Verhalten nachhaltiger Gebäude zu erschließen. Auf diese Weise soll die Umsetzung schadstoffarmen Bauens erleichtert und ein Beitrag geleistet werden, die komplexe Materie der Bauchemie besser zu verstehen.

Ergebnisse

An dieser Stelle informieren wir Sie nach Abschluss des Projektes über die Ergebnisse.

Projektbeteiligte
Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Nachhaltiges Bauen, BNB, Umwelt