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Evaluierung ausgestellter Energieausweise für Wohngebäude nach EnEV 2007

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

Evaluierung ausgestellter Energieausweise für Wohngebäude nach EnEV 2007


Projektnummer
Projektbeginn
08.2009
Projektende
01.2011
Projektstatus
abgeschlossen mit Bericht

Konzept

Entstehungsprozesse und Qualitäten von 94 ausgestellten Energieausweisen wurden in vertiefenden Fallstudien nachvollzogen und bewertet. Mit den Eigentümern wurden außerdem in einem Gespräch Verständnis und Interpretation der Ergebnisse des Energieausweises getestet.

Einstellungen und Verhaltensweisen von 151 Mietern und Käufern, die sich um die Anmietung oder den Kauf eines Objekts bemühten, wurden in einer telefonischen Befragung erhoben. Zur Benutzerfreundlichkeit und Verständlichkeit des Energieausweises wurden ferner mit sechs Gesprächspartnern Gebrauchstauglichkeitstests durchgeführt.

Zu spezifischen Fragen wurde die breite und repräsentative Datenbasis der 2009 durchgeführten Feldstudie herangezogen:
BMVBS (Hrsg.): Marktentwicklung bei der Ausstellung von Energieausweisen im Gebäudebestand. Feldstudie auf Anbieter- und Nachfrageseite. BMVBS-Online-Publikation Nr. 06/2010 >> weitere Informationen

Ergebnisse

Pragmatischer Umgang mit den vielfältigen Gegebenheiten:
Durch die Vielfalt und Komplexität der baulichen und technischen Gegebenheiten, der Abrechnungssysteme und der Verwaltungspraxis von Häusern passt das Energieausweissystem nicht immer zur Lebenswirklichkeit (zum Beispiel werden in einem Gebäude verschiedenste Heizsysteme genutzt oder umfasst eine Abrechnungseinheit mehrere Gebäude). Es erscheint richtig, dies pragmatisch zu handhaben. Das System komplizierter zu machen, wäre kontraproduktiv. Man benötigt ein robustes System, mit dem man der Komplexität begegnen kann.

Zuverlässigkeit erhöhen:
Die Fehleranfälligkeit bei der Ausstellung von Energieausweisen ist nicht unerheblich. Sie ist beim eigentlich als höherwertig geltenden Bedarfsausweis durch die Komplexität der Annahmen und Berechnungen viel höher als beim Verbrauchsausweis. Durch Vereinfachung ist die Reliabilität zu verbessern.

Daten und Unterlagen dokumentieren:
Die Berechnung eines Energieausweises lässt sich bisher nicht prüfen. Es sollte, auch weil der Energieausweis zehn Jahre lang gilt, eine Pflicht zur Dokumentation der in die Berechnung des Energieausweises eingeflossenen Unterlagen und Daten geben. Dies ist auch für den Konfliktfall wichtig.

Berechnungsgrundlagen anpassen:
Aus Nutzersicht muss es Ziel sein, die Ergebnisse eines Bedarfsausweises und eines Verbrauchsausweises im Niveau vergleichbar zu machen. Die Standardannahmen zum Heiz- und Lüftungsverhalten für die Berechnung eines Bedarfsausweises sollten deshalb an die Lebenswirklichkeit (wie sie sich im Verbrauchsausweis dokumentieren) angepasst werden.

Vergleichswerte differenzieren:
Die Vergleichswerte sind für die Einordnung des Ergebnisses des Energieausweises wesentlich. Für die Verbraucher muss das Angebot an Vergleichswerten differenziert werden, so dass sie für ihr Gebäude leichter einen zutreffenden Vergleichswert finden.

Verständlichkeit verbessern:
Im Interesse von Verständlichkeit und Einfachheit sollte man sich von Überflüssigem und Unverständlichem im Energieausweis trennen. Der eigentliche Ausweis könnte auf wesentliche Angaben reduziert werden und zusätzliche Informationen könnten gegebenenfalls in einem Anhang beigelegt werden. Insbesondere die für den Laien verwirrenden Schlüsselbegriffe Endenergiebedarf und Primärenergiebedarf sollten entflochten werden. Auf die Endenergie kommt es für die Verbraucher an, die Primärenergie – basierend auf der ökologischen Qualität des Energieträgers – könnte mit einer den Gütesiegeln entsprechenden Symbolik kommuniziert werden und sollte in der Darstellung im Energieausweis stark zurückgenommen werden.

Formular optimieren:
Der Energieausweis ist ein schönes Formular, die Darstellung des Ergebnisses an der Farbskala kommt gut an. Es gibt Überarbeitungsbedarf, aber das bestehende Formular sollte im Prinzip beibehalten und im Detail optimiert werden.

Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis beibehalten:
Die beiden unterschiedlichen Ausweisarten haben sich bewährt. Auch wenn sie den Markt unübersichtlicher machen und ihre Aussagen bisher nicht vergleichbar sind, haben beide Ausweisarten bezüglich der Ziele Verbraucherfreundlichkeit und Akzeptanz ihre Berechtigung.

Grundsätzliche Anerkennung:
Das Bemühen, mit dem Energieausweis mehr Transparenz zu schaffen, wird bei den Leuten grundsätzlich positiv gesehen. Sie gehen davon aus, dass sich der Energieausweis verstärkt als Informationsinstrument bei Wohnungskauf und Wohnungsanmietung durchsetzen wird.

Veröffentlichungen

Evaluierung ausgestellter Energieausweise für Wohngebäude nach EnEV 2007. BMVBS-Online-Publikation 01/11, Hrsg.: BMVBS, Januar 2011
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Projektbeteiligte
Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : EnEV, Energieeinsparverordnung, EPBD