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Evaluationskonzept für die Umsetzung der Rahmenvereinbarung Serielles und Modulares Bauen

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

Evaluationskonzept für die Umsetzung der Rahmenvereinbarung Serielles und Modulares Bauen


Projektnummer
Projektbeginn
11.2018
Projektende
11.2019
Projektstatus
abgeschlossen mit Bericht

Konzept

Die Umsetzung der Rahmenvereinbarung in der Praxis legt eine empirische Grundlage, um Fragestellungen, die auch in verschiedenen Forschungsvorhaben des Bundes punktuell begleitet wurden, aufzugreifen und anhand einer größeren Stückzahl von realisierten Projekten konkret im Planungs- und Bauablauf, aber auch nach der Fertigstellung bzw. nach dem Bezug der Gebäude durch Mieterhaushalte beantworten zu können.

Eine Wirkungsanalyse hat aufgezeigt, welche Punkte im Rahmen der Evaluation eingehend betrachtet werden müssen, um die Effekte der Rahmenvereinbarung abschließend beurteilen zu können. Die Evaluation folgt dem unterschiedlichen Erkenntnisinteresse, das sich aus den Zielsetzungen und den jeweiligen Akteursperspektiven ableiten lässt.

Das Evaluationskonzept enthält unterschiedliche Aufgabenblöcke, die in einem Musterpflichtenheft gebündelt und ausgeschrieben werden können. Jedem Aufgabenblock der Evaluation wurden entsprechende Fragestellungen zugeordnet, die für die Evaluation von Bedeutung sind, sodass jeder Aufgabenblock aus der Beschreibung der damit verbundenen Aufgabe und Zielsetzung besteht, die zu beantwortende Fragestellungen beinhaltet und auf eine dafür erforderliche Methodik verweist.

Die Aufgabenblöcke werden im Projektfortschritt konkretisiert. Aus den Aufgabenblöcken werden die Bausteine des Musterpflichtenheftes erstellt. Die jeweilige Methodik gibt vor, mit welcher Detailtiefe und ob mit quantitativen oder qualitativen Ergebnissen zu rechnen ist.

Die Evaluation wird insbesondere die folgenden Themenbereiche intensiv untersuchen:

  • Beitrag der in der Umsetzung der Rahmenvereinbarung geschaffenen Projekte zum bezahlbaren Bauen
  • Leistungsabrufe aus der Rahmenvereinbarung (2. Stufe Vergabeverfahren/Bestellprozess)
  • Vertragswerk der Rahmenvereinbarung und deren Ausschreibung
  • Ablauf und Handhabbarkeit der konkreten Vergabeverfahren (2. Stufe)
  • Akzeptanz der Bauweise
  • Anpassungsfähigkeit der Musterplanungen/Modellgebäude
  • Baukultur, städtebauliche und architektonische Qualität
  • Wohnungswirtschaftlicher Ansatz (z.B. Zielgruppen, Wohnungsgrößen)
  • Beteiligung/Rolle freischaffender Architekten und Ingenieure an der Umsetzung/am Leistungsabruf
  • Energieeffizienz, Umweltwirkungen, Ressourceneffizienz
  • Herstellungs-, Betriebs- und Lebenszykluskosten
  • Planungs- und Baumängel
  • Planungs-, Bau-, Genehmigungszeiten
  • Projektmanagement, Bau- und Planungsbetrieb, Projektrisiken

Ergebnisse

Die Evaluation der Rahmenvereinbarung ist im Wesentlichen als Wirkungsevaluation angelegt. Sie soll dazu beitragen, die Wirksamkeit des Verfahrens sowie der seriellen und modularen Bauweisen im Hinblick auf die Zielsetzungen des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen sowie der unterschiedlichen Akteure, die sich an der Umsetzung beteiligen bzw. davon berührt werden, feststellen und beurteilen zu können.

Darüber hinaus werden nicht nur die Ergebnisse der Umsetzung der Rahmenvereinbarung betrachtet, sondern wie die Rahmenvereinbarung umgesetzt bzw. durchgeführt wird. Das Evaluationskonzept enthält daher auch Elemente einer Durchführungs- bzw. Prozessevaluation.

Die Evaluierung orientiert sich an dem Wirkungsmodell der Rahmenvereinbarung. Das Wirkungsmodell ist im Sinne einer "Theory of Change", einer "Theorie des Wandels" formuliert. Darin sind die Zusammenhänge dargestellt, welche Effekte durch die Umsetzung der Rahmenvereinbarung ausgelöst werden und in welcher Weise diese Effekte auf die Zielsetzungen des Bündnisses wirken. Das Wirkungsmodell war wichtige Grundlage für die Erarbeitung des Evaluationskonzeptes und diente dazu, die für die Wirkungsevaluation relevanten Fragestellungen und die erforderlichen Methoden abzuleiten.

Die Evaluation richtet sich an unterschiedliche Akteursgruppen, die entweder unmittelbar an der Umsetzung der Rahmenvereinbarung beteiligt sind, an dem Ausschreibungsverfahren teilgenommen haben oder Berührungspunkte mit der Rahmenvereinbarung oder seriellen und modularen Bauweisen aufweisen und somit dazu beitragen können, Erkenntnisse über die Wirkung der Rahmenvereinbarung zu gewinnen.

Jede Akteursgruppe hat – aufgrund spezifischer Rahmenbedingungen und Zielsetzungen – eine eigene Sichtweise auf die Umsetzung der Rahmenvereinbarung sowie auf serielles und modulares Bauen insgesamt. An die Akteursgruppen richten sich unter Berücksichtigung ihrer Funktionen bei der Umsetzung der Rahmenvereinbarung und der Errichtung von Wohnbauvorhaben sowie aufgrund ihres vertretenen Blickwinkels verschiedene Fragestellungen, die mit spezifischen, auf den jeweiligen Akteur abgestimmten (Erhebungs-)Instrumenten erhoben werden müssen.

Die wesentlichen Akteursgruppen, die in die Evaluation einbezogen werden sollen, sind im Endbericht detailliert beschrieben. Auch die Teilziele und zu erwartenden Ergebnisse sind tabellarisch dargestellt.

Das Evaluationskonzept sieht zwei inhaltliche Blöcke vor:

  • Erhebung von Bauvorhaben, die auf Grundlage bzw. entlang der Rahmenvereinbarung beauftragt und errichtet wurden.
  • Erhebungen bei unterschiedlichen Akteursgruppen, die mit der Rahmenvereinbarung in Berührung stehen oder davon betroffen sind.

Ausgehend von der Gesamtzahl der registrierten Bauvorhaben sollen einzelne Bauvorhaben detailliert im Rahmen von Fallstudien untersucht werden. Die Fallstudien sollten in Städten stattfinden, in denen Mitgliedsunternehmen des GdW einen hohen Wohnungsanteil am Markt besitzen und bei denen das Potenzial, aus der Rahmenvereinbarung Bauaufträge auszulösen, vergleichsweise groß ist. Die Fallstudien bieten die Möglichkeit, die Ergebnisse aus der Evaluierung der Bauvorhaben und der Erhebungen bei einzelnen Akteursgruppen als Querschnittsuntersuchung zu verdichten.

Angesichts der Laufzeit der Rahmenvereinbarung von fünf Jahren bzw. 60 Monaten ist eine zeitliche Gliederung der Evaluierung erforderlich. Das Evaluationskonzept sieht daher drei wesentliche Evaluationsblöcke vor:

  • Start- oder Anfangsbewertung
  • Zwischenbewertung nach ca. drei Jahren
  • Schlussbewertung nach Auslaufen der Rahmenvereinbarung

Die Evaluierung nutzt für jede Akteursgruppe einen gleichen methodischen Ansatz. Für die Start- und die Zwischenbewertung besteht es aus drei Elementen, mit denen unter Berücksichtigung der Effizienz der Erhebung sowohl eine große Breite als auch eine große inhaltliche Tiefe erreicht werden kann:

  • Eine schriftliche Breitenbefragung, die einen größeren Akteurskreis einbezieht und jeweils spezifische Fragestellungen für jede Akteursgruppe enthält.

  • Leitfadengestützte (teils optionale) Interviews mit ausgewählten Vertretern der Akteursgruppe – sowohl Befragungsteilnehmer, die geantwortet haben, als auch solche, die zwar Beiträge liefern können, aber nicht geantwortet haben. Sie dienen zur Vertiefung von Themenstellungen, die sich aus den schriftlichen Befragungsergebnissen ergeben haben.

  • Ein (optionaler) Workshop, der vor allem dazu dient, die Ergebnisse, die aus den ersten beiden eingesetzten Methoden generiert wurden, zu bewerten und im engen Dialog mit den Teilnehmern aus der Akteursgruppe weitergehende Maßnahmen für eine Förderung serieller und modularer Bauweisen zu erarbeiten und Vorschläge der Evaluatoren zu diskutieren. Der Workshop kann jeweils entfallen, wenn für eine intensivere Diskussion kein Bedarf besteht. Der Workshop im Rahmen der Anfangsbewertung setzt einen leichten Akzent auf die Erarbeitung von ergänzenden Maßnahmen. Der Workshop im Rahmen der Zwischenbewertung setzt Akzente bei der Beurteilung der erzielten Ergebnisse.

An der Evaluierung sind unterschiedliche Personengruppen und Institutionen beteiligt und auch von ihr betroffen. Regelmäßig kommt es vor, dass einzelne Akteure je nach Blickwinkel sowohl als Beteiligte als auch als Betroffene der Evaluierung tätig sind und mehrere Rollen einnehmen.

Die Evaluation ist vergleichsweise komplex aufgebaut und erfordert differenzierte fachliche und methodische Kompetenzen, die von den Evaluierenden nachgewiesen werden müssen. Diese sind im Endbericht genau dokumentiert.

Veröffentlichungen


Evaluationskonzept für die Umsetzung der Rahmenvereinbarung Serielles und Modulares Bauen - Endbericht

Download auf https://www.bbsr.bund.de/

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Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Evaluation, Rahmenvereinbarung Serielles und Modulares Bauen, bezahlbares Wohnen und Bauen, Wohnungsmarkt