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Aktualisierung der Baupreis- und Baukostenentwicklung

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

Aktualisierung der Baupreis- und Baukostenentwicklung


Projektnummer
Projektbeginn
08.2020
Projektende
12.2020
Projektstatus
abgeschlossen ohne Bericht

Die Analyse der Baupreis- und Baukostenentwicklung von 2000 bis 2019 zeigt, dass der Anstieg der Baupreise und Baukosten in den vergangenen fünf Jahren stärker zugenommen hat als in den vorherigen Jahren.

Ausgangslage

Im Rahmen des von der Bundesregierung im Jahr 2014 initiierten Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen hat sich die seinerzeit eingesetzte Baukostensenkungskommission mit der Entwicklung von Baupreisen und Baukosten auseinandergesetzt. Sie hat mögliche Ursachen des Kostenanstiegs benannt und Handlungsempfehlungen formuliert, mit denen einer weiteren Steigerung entgegengewirkt werden kann. Der Bericht der Baukostensenkungskommission vom November 2015 fasst die Entwicklungen der Baupreise und Baukosten von 2000 bis zum Jahr 2014 zusammen.

Ziel

Mit der gemeinsamen Wohnraumoffensive von Bund, Ländern und Kommunen werden die Aktivitäten zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum fortgesetzt. Zu den anlässlich des Wohngipfels im September 2018 vereinbarten Aktivitäten gehört auch ein Maßnahmenbündel Baukosten und Fachkräftesicherung.

Die Kurzexpertise diente dazu, einen aktuellen Überblick über die Entwicklung von Baupreisen und Baukosten zu erhalten. Im Rahmen der Kurzexpertise wurden die im Jahr 2015 definierten Datengrundlagen verwendet und um weitere fünf Jahre bis zum Jahr 2019 fortgeschrieben.

Auftragnehmer des Projektes war die InWIS Forschung & Beratung GmbH, Bochum in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., Kiel.

Konzept

Ausgangspunkt der Expertise war die Frage, wie sich die Baupreise und die Baukosten in den letzten Jahren entwickelt haben. Darüber hinaus war auch die Betrachtung nach Kostengruppen und Kostenuntergruppen von Interesse, um wesentliche Faktoren der Entwicklung zu identifizieren.

Auf der Grundlage der vom Statistischen Bundesamt (Destatis) regelmäßig veröffentlichten Daten wurde der Gesamtanstieg des Indexes der Bauleistungspreise analysiert. Die einzelnen Bauleistungen wurden einzelnen Kostengruppen nach DIN 276 zugeordnet, um einen Eindruck davon zu erhalten, wie sich eine Veränderung der Bauleistungspreise in den Kostengruppen (KG) 300 – Rohbau und 400 – Ausbau bemerkbar macht.

Um die Entwicklung des Baupreisindexes besser einschätzen zu können, wurden darüber hinaus die Entwicklung der Metallpreise, die für die Herstellung von technischen Anlagen bedeutsam sein können, ebenso beobachtet wie die Veränderung der Arbeits- und Materialkosten. Zusätzlich wurde die Steigerungsrate von Architektur- und Ingenieurdienstleistungen dargestellt.

Die Entwicklung der Preise für Bauleistungen gibt nur begrenzt Aufschluss über die Veränderung der Baukosten, die zusätzlich durch geänderte Regelwerke und gestiegene Qualitätsansprüche beeinflusst werden. Daher wurden Angaben zu den Baukosten von Gebäuden aus der Datenbank des Baukosteninformationszentrums (BKI) analysiert und die Entwicklung des sogenannten Bauwerkskostenindexes der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. in Kiel (ARGE) fortgeschrieben, mit dem die Veränderung der Gestehungskosten für das Bauwerk aus der Perspektive eines Bauherrn beziehungsweise Investors betrachtet wird.

Projektphasen

Das Projekt wurde in zwei Phasen durchgeführt:

  • Datenbeschaffung und -aufbereitung
  • Datenanalyse und Interpretation der Ergebnisse

Ergebnisse

Bis zum Jahr 2014 folgte die Entwicklung der Bauleistungspreise ungefähr dem Anstieg des Verbraucherpreisindexes. Seitdem haben die Baupreise deutlich angezogen. Ausgehend vom Basisjahr 2000 bis zum Jahr 2019 sind die Preise für Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Umsatzsteuer um 48,1 % gestiegen, während die Kosten für die Lebenshaltung nur um 31,8 % zugenommen haben.

Eine Ursache hierfür ist, dass der Anteil der Rohbauarbeiten an der Entwicklung des Baupreisindexes weiter zurückgegangen ist und das Gewicht der Ausbauarbeiten zugenommen hat: von 52,0 % im Jahr 2000 auf 55,5 % im Jahr 2015. Diese Anteilsveränderung ist an der Veränderung der Wägungsanteile von Bauleistungen im Wägungsschema abzulesen, mit dem die Preise einzelner Leistungen zum Baupreisindex verdichtet werden.

De Preise für Bauleistungen, die dem Ausbau und der Kostengruppe 400 – Technische Anlagen des Bauwerkes zuzurechnen sind, sind deutlich stärker gestiegen (plus 68,0 %) als die Baupreise für den Rohbau (plus 46,1 %). Besonders ausgeprägt ist der Preisanstieg in den Kostenuntergruppen 420 – Wärmeversorgungsanlagen (plus 88 %) und 410 – Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen (85 %). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass steigende Anforderungen an die Energieeinsparung zu höheren Investitionskosten führen. Diesen stehen jedoch niedrigere Betriebskosten in der Nutzungsphase gegenüber.

Die Ergebnisse zeigen auch, dass seit 2014 die Arbeitskosten stärker als der Verbraucherpreisindex zugenommen haben, so dass der Einfluss der Arbeitskosten auf die Entwicklung der Baupreise in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen ist.

Die steigenden Baupreise haben sich unmittelbar auf die Baukosten ausgewirkt. Hinzu kam der Kostenanstieg durch Anforderungs- und Qualitätsveränderungen, die mit dem Bauwerkskostenindex für Wohngebäude (ARGE) beobachtet werden können. Im Zeitraum von Jahr 2000 bis zum vierten Quartal 2019 sind die Bauwerkskosten (Kostengruppe 300 und 400) um 71 % gestiegen, der Anstieg des Baupreisindexes (Destatis) im gleichen Zeitraum hingegen nur um 50 %.

Insgesamt ist in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg der Baupreise und Baukosten zu beobachten, sodass weiterhin die Notwendigkeit besteht, an den vereinbarten Maßnahmen der Wohnraumoffensive zu arbeiten.


Die vollständige Kurzexpertise Aktualisierung der Baupreis- und Baukostenentwicklung kann nachfolgend heruntergeladen werden:
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Projektbeteiligte
Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Baupreise, Baukosten, Baupreisindex, Baukostensenkungskommission