Umbau-Atlas

Studie und Datensammlung zum Stand der Umbaukultur


Projektnummer
10.08.18.7-25.30
Projektbeginn
11.2025
Projektende
09.2027
Projektstatus
laufend

Abriss eines Stahlbeton-Skelettbaus: Ohne gelebte Umbaukultur werden oftmals funktionstüchtige Tragwerke zurückgebaut und mit ihnen Millionen Tonnen grauer Energie., © Ivan Radic (CC BY 2.0)

Seit dem vergangenen Jahr dokumentiert der deutsche Abriss-Atlas einen kleinen Teil der mindestens 14.000 Gebäude (Statistisches Bundesamt), die jedes Jahr abgerissen werden und dabei jede Sekunde mehr als 7 t Bauschutt produzieren (Umweltbundesamt). Ohne die Gründe für diese Vernichtung der gebundenen Grauen Energie im Einzelnen nachzeichnen zu können, steht es außer Frage, dass Erhalt, Umnutzung und Erweiterung des Bestandes forciert werden müssen. Der Baukulturbericht bezeichnet den Schwenk hin zu einer Umbaukultur als eine Mammutaufgabe. Die Bedeutung des Normenapparats, des rechtlichen Umfelds, der tradierten Planungsprozesse, der Bauwirtschaft sowie der Finanzierung in diesem Zusammenhang, die nach wie vor auf den Neubau ausgerichtet sind, ist bekannt. Trotz dieses Umfeldes und der im Baukulturbericht genannten Hürden für die Umbaukultur gibt es bereits aber auch sehr viele positive Ansätze, die beispielhaft wirken können, indem sie zeigen, dass Bestandserhalt, Kosten, Baukultur und die Erweiterung von Wohn- und Nutzflächen durchaus ambitioniert verbunden werden können. Im Rahmen des Vorhabens soll anhand von mindestens 300 Best-Practice Beispielen das ganze Spektrum der Möglichkeiten des Erhalts durch Umbau und Erweiterung von Bausubstanz gesammelt, gezeigt und ausgewertet werden. Grundlagen der Untersuchung werden die Systematisierung und Evaluierung der aufgezeigten möglichen Interventionen sein. Die Bewertungsmatrix adressiert die monetären und ökologischen Parameter des BKI Konstruktionsatlas, untersucht die technisch-planerische Umsetzung und versucht darüber hinaus, jene baukulturellen Kriterien einzubeziehen, die im Baukulturbericht sowie im Schweizer “Davos Qualitätssystem für Baukultur” auf der Grundlage der “Declaration of Davos” im Ansatz bisher entwickelt worden sind. Der Umbau-Atlas liefert Investoren*innen, Planern*innen und Verwaltungen eine handhabbare Datensammlung und Entscheidungsgrundlage vor allem für den Wohnungsbau.

Projektbeteiligte
Antragsteller/in :

RWTH Aachen University
Templergraben 55
52062 Aachen

Federführende/r Forscher/in (alternativ Sprecher/in) :

RWTH Aachen University
Lehr- und Forschungsgebiet Denkmalpflege und Historische Bauforschung
Institutsleitung: Prof. Dr. Christian Raabe
Projektleitung: Prof. Dr. Christian Raabe

Weitere Forscher/innen :

Forscher 2:
RWTH Aachen University
Design Computation
Leitung: Prof. Dr. Jakob Beetz
Bearbeitung: Prof. Dr. Jakob Beetz

Forscher 3:
RWTH Aachen University
Lehrstuhl für Gebäudetechnologie
Leitung: Prof. i.V. Dr.-Ing. Daniele Santucci
Bearbeitung: Prof. i.V. Dr.-Ing. Daniele Santucci

Fachbetreuer/in im BBSR :

Katja Hasche, WB 3

Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Umbaukultur, Umbaukosten, Umbauatlas, CO2-Bilanzierung , Interventionsstrategien , Ressourcenschonendes Bauen, Abrissvermeidung, CO2 Impact-Tool
Einordnung in Zukunft Bau : Forschungsbericht, Forschungsförderung, Energieeinsparung/ -gewinnung, Wohnungsbau, Ökobilanzierung/ Lebenszyklusanalyse, Normen/ Standards, Architektur/ Gestaltung/ Qualität, Planungsprozesse, Baukultur/ Nutzerpartizipation, Bauwirtschaft
Forschungskategorie nach EU : Grundlagenforschung
Art des Unternehmens : Einrichtung für Forschung und Wissensverbreitung
Bundesförderung in EUR : 189.276,00