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Rahmenbedingungen, Konzept und Strategie für einen Klimarisikocheck für Gebäude und Liegenschaften
Rahmenbedingungen, Konzept und Strategie für einen Klimarisikocheck für Gebäude und Liegenschaften
Rahmenbedingungen, Konzept und Strategie für einen Klimarisikocheck für Gebäude und Liegenschaften
11.2024
05.2025
abgeschlossen ohne Bericht
Klimafolgen wie Hitze, Dürre, Starkregen und Überschwemmungen gefährden Gebäude und damit auch die Menschen, die sie nutzen. Dieses Projekt schafft die Grundlage für eine systematische Bewertung individueller Gebäuderisiken in Gegenwart und Zukunft. Durch die Ermittlung dieser Risiken sollen fundierte Entscheidungen zum Schutz und zur Weiterentwicklung des Gebäudebestands ermöglicht werden.
Ausgangslage
In den letzten Jahrzehnten haben Extremwetterereignisse in Deutschland deutlich zugenommen. Hitzewellen, langanhaltende Dürreperioden, Starkregenereignisse und Überschwemmungen treten immer häufiger auf und verursachen erhebliche Schäden an Gebäuden sowie gesundheitliche Belastungen für die Bevölkerung. Die wirtschaftlichen Folgen dieser Ereignisse steigen kontinuierlich und stellen sowohl private Eigentümerinnen und Eigentümer als auch die öffentliche Hand vor große Herausforderungen.
Angesichts dieser Entwicklungen gewinnt die Bewertung der Klimarisiken für Gebäude zunehmend an Bedeutung. Eine solche Bewertung könnte langfristig als verbindliche Grundlage für Planungs- und Investitionsentscheidungen dienen. Dafür sind jedoch standardisierte, wissenschaftlich fundierte Kriterien erforderlich, die eine transparente und nachvollziehbare Einstufung der Risiken ermöglichen.
Die Deutsche Anpassungsstrategie (DAS) betont, dass Klimarisiken systematisch in die bautechnische und funktionale Gestaltung sowie die Nachrüstung von Wohngebäuden integriert werden müssen. Die Bundesregierung verfolgt mit dem Bundes-Klimaanpassungsgesetz das Ziel, bundeseigene Gebäude klimaresilienter zu gestalten. Dennoch fehlt bislang ein standardisiertes Verfahren zur Bewertung der Klimarisiken von Gebäuden auf globaler, europäischer oder nationaler Ebene. Die bestehende DIN EN ISO 14091:2021-07 (Anpassung an den Klimawandel - Vulnerabilität, Auswirkungen und Risikobewertung) gibt zwar allgemeine Richtlinien vor, ist jedoch nicht speziell auf Gebäude zugeschnitten.
Verordnungen wie die EU-Taxonomie, verschiedene Zertifizierungssysteme, Gütesiegel und staatliche Förderprogramme fordern bereits heute Klimarisikobewertungen für Gebäude. Allerdings gibt es keine einheitliche Methodik. Bestehende Verfahren stammen meist von privatwirtschaftlichen Akteuren, sind jedoch oft nicht ganzheitlich oder transparent. Dies erschwert die Vergleichbarkeit und führt zu Unsicherheiten bei Investitionen und Planungen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist die Entwicklung einer standardisierten, benutzerfreundlichen und transparenten Methodik erforderlich. Sie soll Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern, Planenden, Investoren und politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern eine verlässliche Grundlage bieten, um Klimarisiken für Gebäude frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Ein möglicher Ansatz hierfür ist ein sogenannter „Klimarisikopass“ oder „Klimarisikocheck“ für Immobilien. Dieser könnte als standardisiertes Nachweisinstrument für Klimarisikoanalysen dienen und dazu beitragen, Gebäude langfristig widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
Ziel
Ziel des Projekts ist es, eine wissenschaftlich fundierte und praktikable Methodik zur systematischen Bewertung von Klimarisiken für Gebäude und Liegenschaften zu entwickeln.
Dabei soll eine einheitliche Bewertungsgrundlage geschaffen werden, die sowohl für private als auch öffentliche Akteure anwendbar ist.
Ein zentraler Bestandteil ist die Erarbeitung standardisierter Kriterien, die eine transparente und nachvollziehbare Einschätzung der Gefährdung, Exposition und Sensitivität und damit des Risikos einzelner Gebäude ermöglichen. Diese Kriterien sollen auf bestehenden wissenschaftlichen Erkenntnissen, bereits verfügbaren Datenbeständen sowie praxisnahen Erhebungsmethoden basieren.
Darüber hinaus soll das Projekt eine Grundlage für eine mögliche Integration der Klimarisikobewertung in bestehende Regelwerke, Zertifizierungssysteme und Fördermechanismen schaffen. Dies kann dazu beitragen, Investitionen in klimaresiliente Gebäude zu erleichtern und eine verlässliche Entscheidungsbasis für Eigentümerinnen und Eigentümer, Planende und politische Akteure zu bieten.
Langfristig könnte die entwickelte Methodik in einem „Klimarisikopass“ münden, der als standardisiertes Instrument eine objektive Risikoeinschätzung für einzelne Gebäude liefert. Damit soll nicht nur die Transparenz erhöht, sondern auch das Bewusstsein für klimabedingte Risiken geschärft und eine vorausschauende Anpassung an den Klimawandel gefördert werden.
Konzept
Um die Messbarkeit der Ziele der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel im Handlungsfeld „Gebäude“ sicherzustellen, ist die Entwicklung von Indikatoren notwendig. Zudem sind die entsprechenden Kriterien, Methoden, Daten bzw. Hilfsmittel festzulegen, die zur Zielsetzung bzw. Feststellung einer Entwicklung und Messbarkeit der erreichten Anpassung verfügbar oder notwendig sind. Sollten Grundlagen zur Durchführung des methodischen Vorschlages fehlen, sollen diese – soweit möglich – im Rahmen des Projektes entwickelt werden.
Anstelle inputorientierter Größen wie Fördergeldern oder Konzepten sollen die Ziele und Indikatoren Output-orientiert die Fortschritte in der Umsetzung von Maßnahmen zur Klimaanpassung im Gebäudebereich messen. Die Entwicklung der Indikatoren soll dabei zunächst ohne Berücksichtigung der (derzeitigen) Datenverfügbarkeit erfolgen. Die Indikatoren sollen die bestehenden, bundesweiten Ziele im Handlungsfeld Gebäude (inklusive seiner Liegenschaft) repräsentativ messen bzw. bewerten können.
Im Rahmen des Berichtswesens zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) sollen daher Ziel-Indikatoren für das DAS-Monitoringsystem auf Basis einer konkreten Beschreibung erstellt werden. Diese sollen entweder quantitative Indikatoren (z. B. mit Daten unterlegte Zeitreihe) oder qualitative, tätigkeitsbezogene Indikatoren umfassen. Die Beschreibungen der Indikatoren wird für die weitere Berichterstattung des BMWSB im Handlungsfeld „Gebäude“ benötigt.
Die wissenschaftliche Qualitätssicherung im Rahmen der Indikatorenentwicklung erfolgt durch einen Fachworkshop, wobei Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft, Ländern, Verbänden, Bundesressorts und nachgeordneten Behörden die entwickelten Indikatoren diskutieren. Weiterhin ist ein schriftlicher Review-Prozess mit Fachleuten vorgesehen.
Die Projektbearbeitung umfasst die folgenden Schritte:
Grundlagenrecherche
Basierend auf einer Desktop- und Literaturrecherche erfolgt eine systematische, internationale Recherche nach vorhandenen Methodiken zur Klimarisikobewertung von Gebäuden. Diese beinhalten sowohl wissenschaftliche und normative als auch politische und privatwirtschaftliche Grundlagen.
Sektorale Übertragung
Auf Basis der recherchierten Grundlagen erfolgt eine sektorspezifische Anpassung der DIN EN ISO 14091:2021-07 für den Gebäudebereich. Ziel ist es, die Norm so zu modifizieren, dass sie praxisgerecht angewendet werden kann und die spezifischen Anforderungen der Bau- und Immobilienbranche berücksichtigt.
Prototyp „Klimarisikopass“ und Betriebskonzept
Ein zentraler Meilenstein des Projekts ist die Entwicklung eines Prototyps für einen „Klimarisikopass“. Dieser ermöglicht Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern eine transparente und standardisierte Bewertung ihrer Klimarisiken. Der Pass wird in unterschiedlichen Detaillierungsgraden entwickelt – von einer vereinfachten Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Daten bis hin zu einer detaillierten Analyse baulicher und technischer Gegebenheiten. Ergänzend wird ein Betriebskonzept erarbeitet, das mögliche Implementierungsstrategien, Finanzierungsmodelle und Schnittstellen zu bestehenden Regelwerken beschreibt.
Handlungsempfehlungen für Politik und Wissenschaft
Das Projekt wird durch konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft abgerundet. Diese sollen die Umsetzung und Integration der Klimarisikobewertung in bestehende Strukturen unterstützen und langfristig verankern.
Fachworkshop und Review-Prozess zur wissenschaftliche Qualitätssicherung
Auf einem Workshop mit Fachleuten sollen Arbeitsstand und entwickelte Methoden vorgestellt und diskutiert werden. Zudem erfolgt ein schriftlicher Review-Prozess der Ergebnisse. Gleichzeitig sollen mit beiden Formaten Hinweise für das zu entwickelnde Strategiekonzept erfragt werden.
| Projektbeteiligte |
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| Eckdaten | |
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| Schlagworte zum Projekt : | Anpassung an den Klimawandel, Klimaangepasstes Bauen, Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel, Handlungsfeld Gebäude, Methodik, Klimarisikoanalyse, Klimavulnerabilitätsanalyse, Risikoanalyse, Hitze, Starkregen, Hochwasser, Klimaresilienz, Klimarisiko-Check, Check, Pass, Gebäude, Liegenschaften |
| Projekt auf der Webseite des BBSR : | https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/programme/zb/Auftragsforschung/jahr/2024/klimarisikopass-gebaeude/01-start |