20 Jahre Zukunft Bau: Forschung für die Baupraxis 

Die Jubiläumsveranstaltung am 17. und 18. September 2026 im Berliner Futurium würdigte die Erfolge der Bauforschung und richtete zugleich den Blick auf ihre künftigen Aufgaben.

20 Jahre Zukunft Bau: Dieses Jubiläum haben das BMWSB und das BBSR am 17. und 18. September mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Baupraxis im Futurium Berlin gefeiert. Die Veranstaltung bot Gelegenheit für einen Blick zurück – vor allem aber für intensive Gespräche darüber, welche Antworten die Bauforschung heute und in Zukunft geben muss.

Seit 2006 wurden im Rahmen von Zukunft Bau mehr als 1.300 Forschungsvorhaben und rund 80 Modellvorhaben auf den Weg gebracht. Das BBSR setzt das Innovationsprogramm im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen um. Hinter den Zahlen stehen viele Menschen, die Ideen entwickelt, Forschungsanträge begleitet, Versuche aufgebaut, Daten ausgewertet, Prototypen hergestellt und Ergebnisse in die Praxis getragen haben.

Was aus Forschung werden kann

Die Jubiläumsveranstaltung richtete Schlaglichter auf Themen, die Zukunft Bau seit vielen Jahren prägen: nachhaltiges Bauen, nachwachsende Rohstoffe, Regeln, Standards und Kosten im Wohnungsbau, klima- und ressourcenschonende Lösungen sowie KI und Automatisierung. Fachleute aus Forschung und Praxis ordneten die Entwicklungen ein. Bei der Podiumsdiskussion „Bauforschung: Zeitenwende für das Bauwesen“ ging es um die Aufgaben, die vor uns liegen.

Zukunft Bau verbindet dafür Auftragsforschung, Forschungsförderung und Modellvorhaben. So entstehen belastbare Grundlagen für Politik und Praxis, neue Lösungen erhalten Raum zur Entwicklung und können unter realen Bedingungen erprobt werden. 

Der Projektetag zeigt Forschung bei der Arbeit

Am zweiten Veranstaltungstag ging es beim 34. Projektetag mitten hinein in die laufende Forschung. In drei parallelen Themenblöcken stellten die Projektteams ihre Vorhaben vor, diskutierten Zwischenstände und hinterfragten Methoden und Ergebnisse.

Beim Gebäudebestand reichte das Spektrum vom „Umbau-Atlas“ und der Lebenszyklusanalyse von Siedlungen der 1950er- bis 1970er-Jahre bis zur Frage, wie sich Wohngebäude wirksam sanieren lassen, ohne dass die Warmmiete steigt. Weitere Projekte beschäftigten sich mit Urban Mining, neuen Nutzungen für bestehende Gebäude und der Bedeutung der gebauten Umwelt für Ortsverbundenheit und Lebensqualität.

In den anderen Themenblöcken ging es unter anderem um die Echtzeit-Inventarisierung von Bauteilen, automatisierte Montage und die robotergestützte Wiederverwendung von Betonelementen. Hinzu kamen KI-optimierte Betondecken sowie Konstruktionen aus Holz, Lehm und Hanfkalk.

Die Vorhaben machen sichtbar, warum Bauforschung gesellschaftlich und politisch wichtig ist. Gesucht werden Lösungen, die technisch überzeugen und zugleich soziale, wirtschaftliche und ökologische Folgen berücksichtigen. Dabei gilt: Einfacher darf nicht schlechter bedeuten. Gute Gestaltung, lebenswerte Quartiere und Baukultur sind kein Luxus. Entscheidend ist, mit weniger Material, Energie und Aufwand eine hohe Qualität zu erreichen.