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Nutzerkomfort durch Lowtech-Konzepte in Gebäuden

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

Nutzerkomfort durch Lowtech-Konzepte in Gebäuden

Nutzerkomfort durch Lowtech-Konzepte in Gebäuden


Projektnummer
Projektbeginn
09.2019
Projektende
10.2024
Projektstatus
abgeschlossen ohne Bericht

Der Lowtech-Ansatz hinterfragt gängige Komfortstandards, steigert jedoch durch technikreduzierte Gebäudekonzepte sowohl die Zufriedenheit und Gesundheit der Nutzenden als auch den Klima- und Ressourcenschutz. Lowtech-Gebäude erfordern eine integrierte und intensive Planung in der Entwurfsphase sowie robuste und benutzerfreundliche Systeme. Eine Einbindung der Nutzerinnen und Nutzer in den Planungsprozess und den Gebäudebetrieb ist dabei von großer Bedeutung.

Ausgangslage

Technik in Gebäuden führt häufig zu Erwartungshaltungen der Nutzerinnen und Nutzer, die vielfach nicht erfüllt werden können. Dies kann zu Unzufriedenheit, Diskomfort, einem fehlerhaften Umgang mit Technik sowie einem erhöhten Ressourcenverbrauch führen.

Beim Lowtech-Ansatz können je nach Konzept und Auslegung Komforteinschränkungen in Kauf genommen werden, wenn gleichzeitig bestimmte Faktoren berücksichtigt werden, welche die Nutzerzufriedenheit positiv beeinflussen. So haben empirische Analysen umfassend nachgewiesen, dass sowohl Nutzungskomfort als auch Nutzungszufriedenheit, Gesundheit und Produktivität am Arbeitsplatz unmittelbar durch die aktive Einbindung der Nutzerinnen und Nutzer in die Steuerung der Gebäudefunktionen erhöht werden und gleichzeitig die Energieeffizienz gesteigert werden kann.

Ziel

Im Rahmen der Sondierungsstudie sollten Strategien eruiert werden, die durch die Umsetzung von einfachen, robusten Technikkonzepten sowohl die Benutzerfreundlichkeit als auch den Nutzungskomfort in Gebäuden erhöhen. Die formulierten Lösungswege sollten dabei den gesamten Jahresgang wie Sommer- und Winterfall berücksichtigen, sich möglichst positiv auf den Energieverbrauch bzw. auf die Lebenszykluskosten (LCC) auswirken und den verordnungsrechtlichen Rahmen berücksichtigen.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes waren IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie, FH Technikum Wien sowie wohnbund:consult.

Konzept

Anhand qualitativer und quantitativer Befragungen wurde ermittelt, inwiefern welche Strategien die Nutzungszufriedenheit und den Nutzungskomfort beeinflussen.

Nach einer Literaturrecherche zu Lowtech im Gebäudebereich wurden in einer empirischen Erhebung sechs Experteninterviews durchgeführt. Die Befragten aus den Gebieten Architektur, Forschung, Gebäudetechnik und Projektentwicklung verfügten über umfangreiche Erfahrungen im Bereich Lowtech und Hightech.

In einem nächsten Schritt wurde ein Verfahren zur Bewertung der Bürogebäude-Performanz aus Nutzersicht entwickelt. Der Fokus lag dabei auf den Effekten variierender Gebäudestandards auf Wohlbefinden und Zufriedenheit der Nutzenden. Dazu wurde ein computer- bzw. webbasierter Fragebogen erstellt, welcher auf einem vorhandenen Fragebogen (INKA-Fragbogen) aufbaut und die generelle Gebäudequalität misst. Das Instrument sollte einfach handhabbar, für Dritte auswertbar sowie mit objektiven Raumkomfortmessungen vergleichbar sein, um die individuelle Komfortwahrnehmung valide zu prüfen und mit anderen Studien vergleichen zu können. Auf Grundlage von vorab festgelegten Hypothesen wurden Nutzer und Nutzerinnen in sechs ausgewählten Bürogebäuden in Deutschland und Österreich anhand des standardisierten Fragebogens befragt.

Zudem wurde im Rahmen der Studie eine Methode zur Bewertung von Gebäuden hinsichtlich ihrer Technikausstattung und Lowtech-Einstufung ausgearbeitet (low TRI). Dieses Instrument erhebt Aufwände und Qualitäten von Gebäuden und kategorisiert diese anhand der Kriterien Gebäudetechnik, Energie/Klimabelastung, Komfort und erforderlicher Nutzereingriffe.

Ergebnisse

Die Studie zeigt, dass der Planungsprozess auch für technikreduzierte Gebäude sehr komplex ist und frühzeitig begonnen werden muss, um eine integrative Planung mit Feedbackschleifen zwischen allen Beteiligten und zukünftigen Nutzern und Nutzerinnen zu ermöglichen. Dabei erfordert Lowtech in der Ausführung oft Hightech in der Planung wie bspw. digitale Simulationen zur Anpassung an klimatische und lokale Gegebenheiten.

Robuste und intuitiv zu bedienende Steuersysteme sind vorteilhaft, um mit minimaler Technik eine maximale Nutzungsfreundlichkeit und ausreichenden Komfort zu gewährleisten. Wesentlich ist es, Nutzer und Nutzerinnen für ein ressourcen- und klimaschonendes Bauen zu sensibilisieren, sie mit dem Gebäude frühzeitig vertraut zu machen, falschen Erwartungen an vermeintliche Komfortstandards entgegenzuwirken und die Motivation zu fördern, sich aktiv an einem ressourcensparenden Gebäudebetrieb zu beteiligen. Das örtliche Facility-Management spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Studie schlägt eine Kategorisierung der Gebäudetechnik nach dem Motto „weniger ist mehr“ vor, angepasst an Standort, Funktion, Konstruktion und Nutzerprofil, um bei geringem Technikeinsatz eine hohe Qualität und Nutzungszufriedenheit sowie einen hohen Nutzungskomfort zu erreichen.

Endbericht

Download auf https://www.bbsr.bund.de/

Download auf https://www.bbsr.bund.de/

Projektbeteiligte
Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Nutzerzentrierte Betriebsführung; Temperaturempfinden; EPBD; Anlagenoptimierung; Nichtwohngebäude; Facility Management; Gebäudeautomation; Energieeffizienz; Smart Building; Technisches Monitoring
Projekt auf der Webseite des BBSR : https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/programme/zb/Auftragsforschung/5EnergieKlimaBauen/2019/nutzercomfort-lowtech/01-start