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BMWSB-Impulse zum Klimaschutz Teil 1

Projektbeschreibung

Projektbeteiligte

Eckdaten

BMWSB-Impulse zum Klimaschutz Teil 1

BMWSB-Impulse zum Klimaschutz Teil 1


Projektnummer
Projektbeginn
12.2021
Projektende
05.2024
Projektstatus
abgeschlossen ohne Bericht

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) setzte mit Unterstützung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) mit dem Projekt „Klimabildung in Schulen in Srukturwandelregionen“ (KiS) Impulse zum Klimaschutz im Bau- und Gebäudebereich. Ziel des ersten Projektteils (KiS – Teil 1) war es, passgenaue Bildungsangebote im Bereich des Klimaschutzes zu konzipieren und in ausgewählten Schulen zu erproben.

Ausgangslage

Aktuell gehören die Kohleausstiegsregionen zu den am stärksten durch Bedeutungsverluste geprägten Regionen Deutschlands. Klimabildung kann den Strukturwandel positiv begleiten und gerade jungen Generationen Chancen vor Ort aufzeigen. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) unterstützt im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 die Informations- und Aktivierungskampagne „80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) mit eigenen fach- und zielgruppenspezifischen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Dazu zählen unter anderem Projekte zur Klimabildung an ausgewählten Schulen in Kohleausstiegsregionen.

Deutschlands Ziel ist es, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Dieses Ziel kann nur durch das breite Engagement aller gesellschaftlichen Gruppen gelingen. Gerade die Kohleausstiegsregionen stehen für einen grundlegenden strukturellen Wandel, technische Innovationen und Aufbruch in eine klimaneutrale Zukunft. Etablierte Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Handwerks- und landwirtschaftliche Betriebe, Bildungs- und kulturelle Einrichtungen vor Ort sind ebenso wie die junge Generation gefordert, sich mit den veränderten Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen. Schulen sind dabei gleichzeitig Orte für den technologie- und gebäudebezogenen Klimaschutz und für die nachhaltige wertorientierte Prägung junger Menschen.

Ziel

Durch die Angebote des Projekts „Klimabildung in Schulen in Strukturwandelregionen“ (KiS) sollten vielfältige Anknüpfungspunkte in den deutschen Kohleausstiegsregionen adressiert werden – Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitungen, die Schule als Bildungseinrichtung, das Schulgebäude und lokale Akteure.

Im ersten Projektteil wurden Bildungsmaßnahmen in Schulen initiiert, Akteursnetzwerke aufgebaut sowie eine digitale Plattform eingerichtet. Ziel war es, passgenaue Bildungsangebote im Bereich des Klimaschutzes zu konzipieren, durchzuführen und zu evaluieren. Schülerinnen und Schüler sollten nicht nur die Klimaschutzpotenziale ihrer Schule kennenlernen, sondern auch die Chancen des Wandels und Perspektiven für den persönlichen Lebensweg in ihrer Region entdecken können. Neben Netzwerken zwischen Schulen und lokalen Klimaschutzakteuren und nachhaltigen Impulsen in Form von konkreten Projektideen sollte sich der Erfolg des Projektes insbesondere darin zeigen, dass Schülerinnen und Schüler „Klimaschutz“ mit „Chancen vor Ort“ assoziieren.

Die Schulveranstaltungen zielten darauf ab, Schülerinnen und Schüler niederschwellig, alters- und zielgruppengerecht sowie praxisorientiert für den Klimaschutz im Gebäudebereich zu aktivieren, in Energiefragen aufzuklären und für Energiethemen zu begeistern. Sachgerechte Materialien, moderierte Energierundgänge durch die Schulgebäude oder Workshops sollten Lehrkräfte bei ihrer Bildungsarbeit unterstützen, passgenaue Bildungsangebote schaffen und bei der Auseinandersetzung mit dem Thema begleiten. Die Angebote sollten multiplizierbar sein, um in einem zweiten Teilprojekt an weiteren Schulen durchgeführt und weiter verbessert werden zu können.

Gleichzeitig wurden lokale Klimaschutzakteure mit den Schulen vernetzt, um Wissen über den klimaschutzbezogenen Strukturwandel samt Chancen und Perspektiven lebensnah zu vermitteln bzw. zu multiplizieren. Längerfristig sollten dadurch Wirkungen für die spätere Berufswahl der Schülerinnen und Schüler, vor allem im Energie- und Techniksektor, erzielt werden.

Eine Projektwebsite unter www.klimabildung-in-schulen.de sollte sich an unmittelbar beteiligte KiS-Schulen und andere interessierte Schulen bundesweit wenden. Gute Praxisbeispiele aus dem Schulalltag und aus den Strukturwandelregionen sollten einen Einblick in die Vielfalt von Klimabildungsmaßnahmen geben, die regionale Anknüpfungspunkte nutzen und neue Perspektiven öffnen. Auf der Projektwebsite wurden kostenfreie Bildungsmaterialien und Konzepte angeboten, die Wissen verhandeln, Handlungsansätze vermitteln und „Grüne Berufsbilder“ vorstellen. Steckbriefe der KiS-Schulen und der regionalen Klimaschutzakteure sollten dazu motivieren, miteinander Kontakt aufzunehmen und Netzwerke zu knüpfen. Dadurch sollten die Erfolge wahrnehmbar und die Ansätze über die regionalen Grenzen hinaus nutzbar werden.


Auftragnehmerin des Projekts war die Berliner Energieagentur GmbH.

Konzept

Der erste Projektteil startete mit der Kontaktaufnahme zu diversen Schulleitungen in ausgewählten Strukturwandelregionen, um drei Schulen für Pilotphase zu gewinnen und dort die Materialien und Maßnahmen zu erproben. Der Aufbau der KiS-Projektwebsite diente dem Angebot von Arbeitsmaterial, der Vernetzung der Akteure und der Öffentlichkeitsarbeit.

Für die Zusammenarbeit mit den ausgewählten KiS-Schulen wurde ein Maßnahmenpaket entwickelt, das primär Informations- und Arbeitsmaterialien bereitstellte, aber auch Schulbegehungen, Workshops und Zukunftskonferenzen in Zusammenarbeit mit lokalen Klimaschutzakteuren anbot. Die Informations- und Arbeitsmaterialien für die Schulen griffen Entwicklungen der Region auf, stellten Energie- und Klimaschutzbezüge insbesondere im Bau- und Gebäudebereich her und antizipierten mittel- und langfristige Handlungsspielräume und Chancen. Sie boten sowohl auf Wissensaufbau als auch auf Aktion orientierte Ansätze im Bereich Energiewende, Klimawandel und Klimaschutz.

Praktische Umsetzung an den Schulen

Es wurden verschiedene Maßnahmen für die Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften erprobt. Die Ansätze bzw. Konzepte der Maßnahmen wurden evaluiert, gegebenenfalls optimiert und interessierten Schulen auf der KiS-Projektwebsite bereitgestellt.

Folgende Maßnahmen wurden mit Grund- und weiterführenden Schulen erprobt:

  • Moderierte Rundgänge durch das Schulgebäude
  • Design-Thinking-Workshops

Workshops des Projektteams mit den Schülerinnen und Schülern vor Ort sollten dazu beitragen, Interesse am Projekt zu wecken, die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen zu stärken und die Lehrkräfte zu unterstützen. Das Projektteam setzte damit die konzipierten Maßnahmen in den KiS-Schulen direkt selbst um. Ziel war es, Lehrkräften exemplarisch Maßnahmen vorzustellen, die diese selbstständig durchführen und mehrfach wiederholen können. Um konkrete, nachvollziehbare Informationen über die gegenwärtige energetische Situation der Schule zu generieren, wurden Messgeräte, wie ein CO2-Messgerät, ein digitales Thermometer, ein Hygrometer und ein Luxmeter, für Demonstrationsmessungen eingesetzt.

KiS-Projektwebsite

Die KiS-Projektwebsite wurde als zentrale Informationsplattform konzipiert: Neben verschiedensten Arbeits- und Informationsmaterialien enthielt sie Projektbeschreibungen, Neuigkeiten aus dem Projekt, Steckbriefe zu Schulen und Informationen zur Region. Die fortlaufende Berichterstattung zu KiS sollte dazu beitragen, dass sich Interessierte umfassend über das Projekt, gute Praxisbeispiele und die Schulen vor Ort informieren können. Sie wandte sich an unmittelbar beteiligte KiS-Schulen und andere interessierte Schulen bundesweit.

Eine zweite Pilotphase (KiS – Teil 2) sollte danach die in Teil 1 erprobten Ansätze und Erkenntnisse schärfen und im Sinne eines Roll-outs in die Breite tragen.

Begleitend wurde eine sozialwissenschaftliche Evaluation der Maßnahmen (KiS – Teil 3) durchgeführt.

Ergebnisse

Die Teilprojekte KiS 1 und KiS 2 griffen nach erfolgreichem Projektstart weitestgehend ineinander. Nachfolgend werden insbesondere die Ergebnisse des ersten KiS-Projektteils dargestellt.

Weitere Ergebnisse sind in der Projektdarstellung zu KiS – Teil 2 aufgeführt.

Projektwebsite

Einen wichtigen Baustein des Projektes stellte die KiS-Projektwebsite www.klimabildung-in-schulen.de dar. Sie war zentrale Informationsstelle und Materialbasis für alle (insbesondere für teilnehmende) Schulen sowie Vernetzungsplattform für lokale Klimaschutzakteure und Bildungseinrichtungen. Neben einem Projektüberblick hielt sie vielfältige Informationen, Arbeitsmaterialien und Anknüpfungspunkte bereit. Sie wurde regelmäßig aktualisiert und inhaltlich erweitert.

Auf der Website wurden die KiS-Initiative, die Projektregionen und die zehn KiS-Partnerschulen mit Steckbriefen vorgestellt. Ebenso enthielt die Seite einen umfangreichen Download-Bereich für die im Projektverlauf erarbeiteten Materialien und machte diese auch Schulen außerhalb der beteiligten Region zugänglich. In der Rubrik „KiS-Aktionen“ wurde über alle durchgeführten Aktionen und Veranstaltungen berichtet. Newsbeiträge rund um das Projekt wurden regelmäßig unter „Aktuelles“ veröffentlicht.

KiS-Materialien

Im Projekt wurde umfangreiches Informations- und Arbeitsmaterial zu den folgenden sechs Themenfeldern erarbeitet:

  • Heizen, Kühlen und Lüften
  • Erneuerbare Energien am Gebäude
  • Abfall
  • Strom und Beleuchtung
  • Dämmung und Gebäudehülle
  • Wasser

Zu allen Themenfeldern wurden Arbeitsblätter für den Schulbereich erstellt. Protokolle, Vorlagen für Tagebücher und Hintergrundwissen sowie Arbeitsblätter für zu Hause sollten den Wissenstransfer ergänzen. Zusätzlich wurden Lehrerinnen und Lehrern Workshop-Anleitungen für Klima-Schulaktionen in Grund- und in weiterführenden Schulen bereitgestellt. Informationen zu sogenannten „grünen Berufsfeldern“ insbesondere im Gebäude- und Ingenieursbereich rundeten das Angebot ab.

Die entsprechenden Konzepte und Materialien wurden allen interessierten Schulen auf der KiS-Onlineplattform www.klimabildung-in-schulen.de kostenfrei zur Verfügung gestellt. Nach Ende der Projektlaufzeit wurden die Materialen in das an Lehrkräfte gerichtete Internetportal „eduki“ überführt, sodass sie weiterhin für die Gestaltung von Unterrichtseinheiten zum Thema „Klimaschutz im Schulgebäude“ zur Verfügung stehen.

Durchführung von KiS-Aktionen an drei Pilotschulen

Die aktiv am KiS-Projekt teilnehmenden Schulen erhielten folgende zusätzliche Aktionsangebote:

Moderierte Schulrundgänge

Bei den Schulrundgängen mit dem Fokus auf Energie, Wärme und Gebäudekühlung wurde gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern im Schulgebäude beobachtet, wo überall Energie und Wärme eingesetzt wird und wo Energie gespart werden kann. Dazu wurden verschiedene Messgeräte eingesetzt, um z. B. Temperatur, Luftfeuchte und Helligkeit zu messen. Die Ergebnisse wurden auf einem dafür bereitgestellten Arbeitsblatt protokolliert und dienten als Grundlage für die Entwicklung von Ideen zu Energieeinsparung und Klimaschutz im und am Schulgebäude.

Im Rahmen des KiS-Projektes wurden sechs moderierte Schulrundgänge – in Kombination mit einem Design-Thinking-Workshop – durchgeführt.

Kreativ-Workshops „Zukunft gestalten“

Grundlage der Workshops lieferten im Projekt entwickelte, an die Klassenstufe angepasste Formate. Diese enthielten Elemente aus dem Konstruktionsdenken, der sogenannten Design-Thinking-Methode, und sollten Schülerinnen und Schülern dabei helfen, Themen im Bereich Klimaschutz in und am Schulgebäude nicht nur theoretisch, sondern auch gestaltend zu bearbeiten. Im Ergebnis entstand ein selbstgebautes Modell oder Plan, um darzustellen, welche Veränderungen die Schülerinnen und Schüler sich wünschen und anstoßen möchten.

Im Projektverlauf wurden an einer Grundschule und zwei Gymnasien insgesamt 13 dieser Workshops mit rund 230 Schülerinnen und Schülern durchgeführt.


Weiterführende Links

Klimabildung – wegweisend in Regionen des Strukturwandels

Projektbeteiligte
Eckdaten
Schlagworte zum Projekt : Klimaschutz, Klimabildung, Energieeffizientes Bauen, Schule, Klimaschutz in Schulen, BMWSB-Impulse zum Klimaschutz, Effizienzhaus Plus, Energieeffizienz, Klimabildung in Schulen, BMWSB-Impulse, Berliner Energieagentur
Projekt auf der Webseite des BBSR : https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/programme/zb/Auftragsforschung/5EnergieKlimaBauen/2021/klimabildung-teil-1/01-start